Donald Trump soll Angela Merkel gegenüber bei Telefongesprächen regelmäßig ausfallend geworden sein. Das berichtet der Sender CNN und beruft sich auf Insider aus dem Weißen Haus. Offenbar hat es der US-Präsident besonders auf weibliche Regierungschefs abgesehen. Von männlichen Politikern soll er sich hingegen an die Wand spielen lassen.

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Carl Bernstein ist einer der berühmtesten Journalisten der USA. Er deckte zusammen mit Bob Woodward die Hintergründe der Watergate-Affäre auf und trug damit wesentlich zum Sturz des ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon bei. Und nun könnte er auch Amtsinhaber Donald Trump Probleme bereiten.

In einer über vier Monate andauernden Recherche für den Sender CNN hat Bernstein mit Insidern aus dem Weißen Haus und Geheimdienstbeamten über Trumps Telefongespräche mit anderen Regierungschefs gesprochen.

Donald Trump plustert sich vor Putin auf

Trump soll häufig völlig unvorbereitet in diese Gespräche gegangen sein und habe sich dabei besonders von Russlands Präsident Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an die Wand spielen lassen.

Eine von Bernsteins Quellen wird mit folgenden Worten zitiert: Während Putin den Westen "destabilisiere", "sitzt Trump da und denkt, er kann sich genug als Geschäftsmann und harter Hund aufplustern, damit Putin ihn respektiert". Eine andere Quelle ergänzt: Die Gespräche der beiden hörten sich manchmal an wie "zwei Typen in einem Dampfbad".

Erdogan habe teilweise zweimal die Woche angerufen und sei stets direkt zum Präsidenten durchgestellt worden.

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Die einen werden hofiert, die anderen beschimpft: So telefoniert Donald Trump mit Regierungschefs

Insider aus dem Weißen Haus berichten bei CNN über die Telefongespräche von US-Präsident Donald Trump mit verschiedenen Regierungschefs. Während er sich vor den einen aufplustern soll, werden andere offenbar beschimpft.

"Sadistischer" Umgang mit Merkel und May

Besonders erschreckend und "fast schon sadistisch" soll Trumps Umgang mit weiblichen Regierungschefs sein. Besonders abgesehen hatte er es demnach auf die ehemalige britische Premierministerin Teresa May.

Gespräche mit ihr beschreiben Insider als "erniedrigend und tyrannisch". Trump soll sie einen "Dummkopf" genannt und ihr vorgeworfen habe, sie sei rückgratlos im Bezug auf den Brexit, die NATO und ihre Einwanderungspolitik.

Doch während sich May demnach von den Beschimpfungen des US-Präsidenten tatsächlich nervös machen ließ, soll Trump bei einer anderen Regierungschefin auf Granit gebissen haben: Angela Merkel.

Auch die deutsche Kanzlerin musste sich offenbar bereits von Trump in Telefongesprächen schikanieren lassen. "Einige Sachen, die er zu Angela Merkel gesagt hat, sind einfach unglaublich", zitiert Bernstein einen Insider. "Er hat sie 'dumm' genannt und ihr vorgeworfen, sie sei in der Hand der Russen."

Merkel kontert Beleidigungen von Trump mit Fakten

Merkel sei jedoch stets ruhig geblieben, die Beschimpfungen seien von ihr abgeperlt "wie Wasser vom Rücken einer Ente" und sie habe Trumps Getöse mit Fakten gekontert.

Laut einer deutschen Quelle waren Trumps Gespräche mit Merkel "so ungewöhnlich", dass man in Berlin spezielle Maßnahmen ergriffen habe, um sicher zu stellen, dass davon nichts nach außen dringe. Trumps Verhalten gegenüber Merkel beschreibt die Quelle als "sehr aggressiv" und "in der Tat problematisch".

Im Weißen Haus herrsche bei vielen hochrangigen Mitarbeitern inzwischen die Meinung vor, der Präsident sei häufig "wahnhaft" in seinem Umgang mit anderen Regierungschefs und stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dar. (ska)

Verwendete Quelle:

  • "Edition.cnn.com": From pandering to Putin to abusing allies and ignoring his own advisers, Trump's phone calls alarm US officials
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