Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Demokraten hat nun auch die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren ihren Hut in den Ring geworfen - und von Amtsinhaber Donald Trump nur Spott geerntet.

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Mit einer Kampfansage an die Reichen und Mächtigen will die linke US-Senatorin Elizabeth Warren bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Warren erklärte am Samstag in Lawrence im Bundesstaat Massachusetts ihre Bewerbung um die Kandidatur der Demokraten.

Die 69-Jährige ist eine scharfe Kritikerin Trumps, dessen Regierung sie am Samstag als "die korrupteste seit Menschengedenken" bezeichnete. Der Republikaner reagierte mit Hohn und Spott darauf, dass Warren ihn herausfordern will.

Die prominente Senatorin gehört zum wachsenden Feld von Demokraten, die sich ein Jahr vor den Vorwahlen um die Kandidatur der Partei bewerben. Darunter sind mehrere Frauen. Warren fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien in den USA, um beispielsweise die Mittelschicht zu entlasten und den Klimaschutz zu fördern.

Warren: "Es ist an der Zeit, sich zu wehren!"

"Die Reichen und Mächtigen scheinen die Regeln zu brechen und keinen Preis dafür zu bezahlen", sagte Warren am Samstag vor jubelnden Anhängern. "Wenn ich darüber rede, dann schreien einige reiche Typen: Klassenkampf! Lassen Sie mich Ihnen etwas erzählen: Dieselben reichen Typen kämpfen seit Jahrzehnten einen Klassenkampf gegen hart arbeitende Menschen. Ich sage: Es ist an der Zeit, sich zu wehren!"

Die Senatorin aus Massachusetts, die ihre Ambitionen auf das Präsidentenamt bereits an Silvester verkündet hatte, zählt zu den einflussreichsten Bewerbern um die Präsidentschaftskandidatur 2020. Mit ihren Attacken gegen die Wall Street hat sie eine breite Anhängerschaft gewonnen.

Außerdem hat sie offenbar das professionellste Wahlkampfteam unter den demokratischen Präsidentschaftsanwärtern. Zu ihren prominentesten innerparteilichen Rivalen zählen der ehemalige Wohnungsbauminister Julián Castro und die schwarze Senatorin Kamala Harris.

Bereits kommende Woche will Warren den traditionell umkämpften Bundesstaat Iowa sowie New Hampshire und fünf weitere Bundesstaaten besuchen.

US-Präsident Trump spottet über "Pocahontas"

Unlängst hatte Warrens Image allerdings bei einer Debatte über ihre Herkunft gelitten. Sie hatte eine Kontroverse ausgelöst, weil sie sich in der Vergangenheit als amerikanische Ureinwohnerin bezeichnet hat. Präsident Trump verspottete sie am Samstag zum wiederholten Male als "Pocahontas", eine berühmte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert.

Im Oktober hatte Warren einen DNA-Test vorgelegt, wonach es "überzeugende Beweise" dafür gebe, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Das ging allerdings nach hinten los.

Der Stamm der Cherokee nannte den DNA-Test "nutzlos" und keinen Beweis für eine Stammeszugehörigkeit, die ihre Wurzeln in jahrhundertealter Kultur habe. Die "Washington Post" berichtete vor wenigen Tagen unter Berufung auf eine Stammessprecherin, Warren habe sich entschuldigt. Kritiker werfen der Politikerin vor, sich als Ureinwohnerin ausgegeben zu haben, um ihre Karriere zu befördern.

Trump fragte am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter mit Blick auf Warren: "Wird sie als unsere erste Präsidentschaftskandidatin der amerikanischen Ureinwohner kandidieren, oder hat sie nach 32 Jahren beschlossen, dass das nicht mehr so gut läuft?"

Vor ihrer Wahl zur Senatorin im Jahr 2012 war Warren Jura-Professorin an der Elite-Universität Harvard. Trump unterstellt ihr, Harvard hätte sie nicht eingestellt, wenn sie sich nicht als Angehörige einer Minderheit ausgegeben hätte.

In den vergangenen Tagen flammte die Debatte wieder auf: Die "Washington Post" veröffentlichte eine gut 32 Jahre alte Karteikarte der Anwaltskammer von Texas, auf der Warren angegeben habe, sie sei amerikanische Ureinwohnerin. (hub/dpa/afp)

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