Donald Trumps Handschläge: Mehr als nur eine Begrüßung

Wenn Donald Trump jemandem die Hand schüttelt, dann entwickelt sich die Begrüßung schnell zu einer Art Freistil-Armdrücken. Hier sehen Sie einige seiner skurrilsten Handschläge.

Gibt Donald Trump jemandem die Hand, wirkt es so, als nutze der US-Präsident das Begrüßungsritual gerne als Machtdemonstration. Es soll zeigen: "Ich bin hier der Chef".
Neil Gorsuch ist Trumps Kandidat für einen Posten am Supreme Court. Trotzdem macht der Handschlag der beiden keinen freundschaftlichen Eindruck. Nach der offiziellen Nominierung von Gorsuch zieht Trump ihn beim Handschlag mehrfach fest zu sich. Dadurch kommt Gorsuch so stark ins Schwanken, dass er sich sogar beim US-Präsidenten abstützen muss.
Trump ist schon früher so ungestüm. Sein heutiger Vizepräsident Mike Pence kommt bei einer Wahlkampfveranstaltung 2016 in den "Genuss" eines Handschlags "à la Trump": Der Unternehmer zieht ihn mehrfach ruckartig zu sich - und Pence lässt es über sich ergehen.
Dieser Handschlag mit Japans Regierungschef Shinzo Abe dauert ganze 19 Sekunden. Dazu kommen zärtliche Streicheleinheiten des US-Präsidenten über den Handrücken des Premiers. Dessen Gesichtsausdruck im Anschluss an den Handschlag lässt kaum Zweifel daran, wer wessen Hand nicht losgelassen hat.
Kanadas Premier Justin Trudeau kontert Trump erfolgreich. Er stützt sich auf die Schulter des US-Präsidenten und erwidert den kräftigen Handschlag. Keine Chance für Trump, Trudeau ins Schwanken zu bringen. Ob der 46-jährige Kanadier vorher Extraschichten im Fitnessstudio eingelegt hat, um auf das Kräftemessen vorbereitet zu sein, ist nicht bekannt.
Beim Handschlag mit Wladimir Putin hält sich Trump mit Machtspielchen und Tätscheleien zurück. Mit dem russischen Präsidenten bleibt es staatsmännisch. Ob die Propagandabilder aus Putins Urlaub, wo dieser mit freiem Oberkörper bei der Jagd posiert, den US-Präsidenten beeindruckt haben?
Bei diesem Handschlag mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte und Nguyen Xuan Phuc, dem Premierminister von Vietnam, entgleisen Trump die Gesichtszüge. Aber immerhin bleiben die Hände heil.
Fast ungewohnt staatsmännisch wirkt Trump dagegen beim Handschlag mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Politisch hängt von diesem Treffen im Juni 2018 viel ab. Donald Trump tritt so auf, wie man es von einem US-Präsidenten erwartet: seriös und würdevoll.
Der erbittertste Gegner Trumps beim "Handschüttel-Wrestling" ist zweifellos Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Zwischen den beiden spielten sich bereits zahlreiche merkwürdig anmutende Handschläge ab. Auch nach diesem Treffen beim G7-Gipfel in Kandada 2018 wird der Handschlag viel diskutiert...
Der französische Staatschef drückt Trumps Hand so fest, dass helle Abdrücke auf der Hand des US-Präsidenten sind. Ob das die Rache für Trumps Handschlag ein Jahr früher bei der Parade zum Nationalfeiertag Frankreichs war ..?
Dort lässt der US-Präsident Macrons Hand ganze 29 Sekunden lang nicht los und zieht ihn hinter sich her. Selbst bei der Begrüßung der Präsidentengattin Brigitte Macron hält er weiter auch Emmanuel Macrons Hand.
Mit Angela Merkel sieht man Donald Trump meist einen "normalen" Händedruck vollführen. So auch bei dieser Pressekonferenz nach ihrem ersten Treffen 2017 in Washington. Doch auch mit der Bundeskanzlerin scheint er nicht auf Machtspielchen zu verzichten...
Beim Treffen zuvor verwehrt der US-Präsident Merkel den Handschlag. Dass er die mehrfachen Bitten der Journalisten und Versuche der Kanzlerin übersieht, scheint unwahrscheinlich, wenn man sich Videos der Szene anschaut. Angela Merkel bleibt angesichts eines solchen Verhaltens eines Präsidenten sprachlos.
Zu seinem Verteidigungsminister James Mattis hatte Trump lang ein gutes Verhältnis. Das hieß: Begrüßung ohne Streicheleinheiten und "Hände-Wrestling". Jetzt ist Mattis zurückgetreten. Der Ex-Militär will Trumps Entscheidung nicht mittragen, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Ob der nächste Handschlag auch so harmonisch wird?