Nächstes politisches Beben in Washington: US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. "Wir waren bei einigen Themen unterschiedlicher Meinung", begründet Trump das Aus für Tillerson. Nachfolger wird der bisherige CIA-Chef Mike Pompeo.

Donald Trump hat Außenminister Rex Tillerson gefeuert. Das bestätigte der US-Präsident selbst auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Als Nachfolger nannte Trump den bisherigen CIA-Chef Mike Pompeo. Pompeo werde einen "fantastischen Job" machen, schrieb Trump. Er bedankte sich zugleich bei Tillerson.

Neue Leiterin des US-Auslandsgeheimdienstes wird demnach Gina Haspel. Sie wäre die erste Frau auf diesem Posten. Beide Personalien müssen noch vom Senat bestätigt werden.

Trump begründete das Aus für Tillerson mit unterschiedlichen politischen Ansichten. Er habe eine andere Denkweise als Tillerson gehabt, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Als Beispiel nannte er etwa den Atomdeal mit dem Iran. "Ich denke, er ist furchtbar. Und ich glaube, dass Rex ihn ok findet." Grundsätzlich hätten er und Tillerson "nicht gleich gedacht".

Mit Mike Pompeo dagegen glaubt Trump besser zusammenarbeiten zu können. Pompeo gilt als glühender Anhänger des US-Präsidenten. Der 54-Jährige ist stramm konservativ. Außenpolitisch gilt Pompeo als Falke.

Mehrfach hat er sich für ein Aufkündigen des Atom-Deals mit dem Iran starkgemacht. Einen Regimewechsel in Nordkorea hält er für eine willkommene Entwicklung.

Tillerson und die "Trottel"-Aussage über Trump

Spannungen zwischen Trump und Tillerson waren bereits im vergangenen Jahr öffentlich geworden. Nach Angaben des Fernsehsenders NBC News hat der Außenminister im Juli 2017 Trump als "moron" bezeichnet, was sich mit Trottel übersetzen lässt.

Tillerson soll bereits damals seinen Rückzug aus dem Kabinett erwogen haben. Dies habe allein das Einschreiten von Vize-Präsident Mike Pence verhindert, berichtete NBC damals.

Tillerson hatte kurz nach Bekanntwerden der Berichte diese in einer Pressekonferenz dementiert und als "blanken Unsinn" bezeichnet. Er habe niemals in Betracht gezogen, seinen Posten zu räumen.

Jetzt scheint Tillerson von der Entscheidung seines Präsidenten überrumpelt worden zu sein. Der Staatssekretär im Außenministerium, Steve Goldstein, erklärte, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. "Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben", heißt es in einer Stellungnahme.

Trump betonte dagegen vor Journalisten, dass er und Tillerson "schon seit Längerem" über den Wechsel gesprochen hätten.

Am längsten dienender Mitarbeiter McEntee fristlos entlassen.

Tillerson nicht immer auf Linie mit Trump

Tillerson hatte immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa, was den Konflikt mit Nordkorea angeht.

Am Montag schloss er sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart zu eigen zu machen

Die "Washington Post" schreibt zur Tillerson-Entlassung, dass Trump vor dem Hintergrund des Konflikts mit Nordkorea sein nationales Sicherheitsteam umbauen wolle.

Personalwechsel im Weißen Haus gehen rasant weiter

Die Entwicklung reiht sich ein in die Reihe der zahlreichen Personalwechsel der vergangenen Monate. Erst in der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen. (mwo/szu mit dpa)

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Kommen und Gehen im Weißes Haus: ... und raus bis Du!

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