In wenigen Wochen will Donald Trump wiedergewählt werden. Doch die USA haben stärker als viele andere Länder mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen - wofür die Demokraten den US-Präsidenten verantwortlich machen. Doch wie wird dessen Krisenmanagement international gesehen?

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In zahlreichen Ländern schnellen die Corona-Fallzahlen in diesen Tagen wieder in die Höhe. Allen voran in den USA. In den Vereinigten Staaten sind inzwischen etwa 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Zuletzt wurden täglich rund 40.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Experten zufolge müsste diese Zahl unter 10.000 gebracht werden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Im Endspurt des Wahlkampfs um das US-Präsidentenamt ist das Thema Coronavirus omnipräsent. Die Demokraten um Herausforderer Joe Biden werfen Donald Trump angesichts der Zahlen Versagen vor. Nachdem Trump die Gefahr erst kleingeredet hat, und vergleichsweise spät mit Gegenmaßnahmen reagierte, setzt der US-Präsident nun auf eine Corona-Impfung.

Trumps Reaktion auf die Pandemie fällt weltweit durch

Zur Erinnerung: Bei einer Wahlkampfveranstaltung am 10. Februar hatte Trump gesagt, dass SARS-CoV-2 "theoretisch" im April verschwinde, "wenn es etwas wärmer wird". Zwei Wochen später behauptete er, das Virus sei in den USA "sehr gut unter Kontrolle" – die Folgen sind bekannt.

Wie Trumps Corona-Politik international bewertet wird, zeigt nun eine repräsentative Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center. Die Forscher befragten dazu jeweils etwa tausend Menschen in insgesamt 13 Ländern, darunter auch Deutschland, zum Umgang der USA mit der Coronavirus-Pandemie.

Das weltweite Urteil für Trump ist dabei vernichtend:

  • 53 Prozent aller Befragten bewerteten die Handhabung der Krise als "sehr schlecht", 31 Prozent als "eher schlecht". Nur 15 Prozent bescheinigten der Trump-Regierung eine "eher gute" oder "sehr gute" Arbeit.
  • In 11 der 13 beteiligten Länder schätzten mindestens die Hälfte der Befragten den Umgang der USA mit der Pandemie als "sehr schlecht" ein.
  • Annähernd drei Viertel aller Befragten (74 Prozent) erklärten, dass ihre jeweilige Regierung die Pandemie gut gehandhabt habe.
  • Besonders kritisch wurde das US-Krisenmanagement in Südkorea gesehen. In dem Land gaben 66 Prozent "sehr schlecht" und 27 Prozent "eher schlecht" zu Protokoll. Nur 6 Prozent bewerteten die Reaktion der Vereinigten Staaten positiv.
  • In Deutschland sah die Verteilung folgendermaßen aus: 51 Prozent "sehr schlecht", 37 Prozent "eher schlecht" und 9 Prozent "sehr gut" beziehungsweise "eher gut".
  • Anhänger der AfD bewerteten Trumps Corona-Politik positiver. 25 Prozent der Sympathisanten der Partei sagten, die USA mache einen "guten Job".

"Die Spanier bewerten die amerikanische Reaktion am positivsten, aber selbst dort ist nur jeder Fünfte der Ansicht, dass die USA den Ausbruch gut bewältigt haben", bemerken die US-Forscher.

Wie groß international das Misstrauen gegenüber Trump ist, zeigt auch ein anderer Wert: So ist in allen an der Umfrage beteiligten Ländern das Vertrauen in den US-Präsidenten gesunken, teils massiv. In Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, Südkorea und Australien erreichte es historische Tiefstwerte. (dpa/AFP/mf)

Verwirrung um Impfstoff: Trump weiß es besser als die Gesundheitsbehörde

Donald Trump hat in der Corona-Krise schon früher Aussagen seiner Experten angezweifelt - doch jetzt widerspricht er Angaben des Chefs der Gesundheitsbehörde CDC dazu, wann es eine Corona-Impfung für Amerikaner geben werde. Das gehe sehr schnell, sagt der Präsident.