Der Handelsstreit zwischen den USA und China schaukelt sich weiter hoch. Als Reaktion auf weitere US-Strafzölle verkündete Peking nun ein Embargo gegen US-Agrarprodukte.

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Als Reaktion auf höhere US-Strafzölle auf chinesische Waren stoppen chinesische Unternehmen die Einfuhr von Agrargütern aus den USA. Das teilte das Handelsministerium in Peking in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit. Zudem betonte die Behörde, man schließe eine rückwirkende Erhöhung der Zölle auf seit dem 3. August aus den USA importierte Produkte nicht aus. Die Einfuhren hatte China vor einiger Zeit als Zugeständnis zugesagt, um den Konflikt etwas zu entschärfen. Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zollerhöhung sei eine "schwere Verletzung" der Vereinbarung des jüngsten Treffens der beiden Staatsoberhäupter.

"Waffenstillstand" nicht von Dauer

Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten erste Ende Juni am Rande des G20-Gipfels in Osaka einen "Waffenstillstand" im Handelskrieg und eine Wiederaufnahme der Gespräche vereinbart.

In einer ersten Reaktion auf die neuen US-Zölle hatte China bereits seine Währung deutlich abgewertet.

Trump hatte vor wenigen Tagen weitere Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar angekündigt. Im Falle einer Ausweitung wären faktisch alle chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafzöllen belegt. Trump hatte seine Ankündigung auch damit begründet, dass China nicht - wie eigentlich zugesagt - mehr Agrarprodukte aus den USA kaufe.

Handelskrieg trübt Stimmung an US-Börsen

Der tobende Handelskrieg hat auch die Kurse am US-Aktienmarkt in Mitleidenschaft gezogen. Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 2,90 Prozent ab auf 25.717,74 Punkte. Dem marktbreiten S&P 500 erging es ähnlich mit minus 2,89 Prozent auf 2844,74 Punkte. Beide Indizes hatten am Montag zwischenzeitlich mehr als dreieinhalb Prozent verloren.

Noch schlimmer erwischte es den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100, der zeitweise um mehr als 4 Prozent nach unten rasselte und mit minus 3,60 Prozent auf 7415,69 Punkten den Tag beendete. Zyklische Technologie-Aktien reagieren in Phasen einer drohenden Konjunkturabkühlung für gewöhnlich besonders sensibel. Nachdem alle drei Indizes erst Mitte beziehungsweise Ende Juli Kurs-Bestmarken erreicht hatten, sieht es nach drei Handelstagen im August für die New Yorker Börsen nun rabenschwarz aus.

Schwärzester Tag des Jahres

Die Abschläge an diesem Montag waren für den Dow, den S&P und den Nasdaq 100 jeweils die bislang größten Tagesverluste im Jahr 2019. "Das, was wir heute in den USA gesehen haben, ist schon mehr als eine normale Verkaufswelle. Die Anleger sind noch nicht im Panik-Modus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei", sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als 4 Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden." (mss/dpa)

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