Joe Bidens Wahl symbolisiert den Neustart der USA: So sieht das Oval Office jetzt aus

Der Machtwechsel in den USA hat nicht nur neue politische Akzente zur Folge. Joe Biden gestaltet das von Donald Trump übernommene Präsidenten-Büro nach seinem Gusto um. Wir werfen einen Blick hinein.

So sah das Oval Office unter US-Präsident Trump aus. Dessen Präsidentschaft dauerte von 2017 bis 2021.
Nach der Amtseinführung Joe Bidens, der die Wahl am 3. November 2020 gegen Trump gewonnen hat, wartet der berühmte Schreibtisch auf den bisher ältesten Präsidenten in der Geschichte der USA. Geblieben sind auch die goldenen Vorhänge. Der Teppich ist nun wieder dunkelblau - wie zu Zeiten Bill Clintons. Er war US-Präsident zwischen 1993 und 2001 und wohnte auch Bidens Inauguration bei.
Trump saß vor einem Portrait Andrew Jacksons. Jackson amtierte von 1829 bis 1837 als siebter Präsident der USA.
Nach seinem Wahlsieg im November 2016 über die einstige First Lady Hillary Clinton übernahm Trump von seinem Vorgänger im Präsidentenamt, Barack Obama, rechts, zahlreiche Büsten. Darunter waren Abraham Lincoln, 16. Präsident des Landes, Martin Luther King und der frühere britische Premier Winston Churchill. Trump ließ die Büste des Bürgerrechtlers Kings später allerdings in ein anderes Zimmer bringen.
Während ihres Antrittsbesuchs bei Trump am 17. März 2017 saß Bundeskanzlerin Angela Merkel zwischen den Büsten Kings, links, und Churchills, rechts.
Wie die "Washington Post" berichtete, hat Biden hinsichtlich der zahlreich vorhandenen Büsten umdekoriert. Churchill ist verschwunden, angeblich aus Platzgründen und weil er kein US-Amerikaner sei. Dazugekommen sind Bürgerrechtlerin Rosa Parks, eine Mitstreiterin Kings, und die einstige First Lady Eleanor Roosevelt, Ehefrau des 32. Präsidenten Franklin D. Roosevelt.
Dessen Portrait thront nun über dem Kamin. Außerdem sind Büsten von King und des einstigen Justizministers Robert Kennedy neben dem Kamin platziert. Kennedy, Bruder des 35. Präsidenten der USA, John F., wurde fünf Jahre nach der Ermordung seines Bruders erschossen, am 6. Juni 1968. Der damals 42-Jährige strebte seinerzeit die Präsidentschaftskandidatur an. King war am 4. April 1968 im Alter von 39 Jahren einem Attentat zum Opfer gefallen.
Auf Bidens Familienfotos blickt inzwischen eine Büste des Gründers der Landarbeitergewerkschaft United Farm Workers, Cesar Chavez. Dessen Enkelin, Julie Chavez Rodriguez, beförderte Biden zur Direktorin des Büros für zwischenstaatliche Angelegenheiten des Weißen Hauses. Chavez Rodriguez gehörte bereits von 2008 bis 2016 der Obama-Administration an, in der Biden Vizepräsident war.
Familienmensch Biden umgibt sich gerne mit Fotos seiner Liebsten, ist aber auch sichtlich stolz auf seine Audienz bei Papst Franziskus, wie die Aufnahme vorne rechts zeigt.
Auch Trump hatte etliche Familienfotos aufgestellt.
Im Unterschied zu Biden hatte Trump aber auch deutlich sichtbar auf persönlichen Glamour gesetzt, stellte ehrende Medaillen und Auszeichnungen im Oval Office zur Schau.
Damals hing ein Portrait von Thomas Jefferson, einem der Gründerväter der USA und dritter Präsident der Vereinigten Staaten, über einer Büste Lincolns.
Als Portrait verewigt, wachte Lincoln im August 2019 über den Beratungen Trumps mit seinem Stab. Es ging um den damals auf Florida zurasenden Hurrikan "Dorian".
Bidens Wahl für einen sogenannten "Dark Academia"-Stuhl am altehrwürdigen Schreibtisch steht für dessen Hinwendung zu Studium und Wissenschaft. Gleichzeitg gehört das Möbelstück zu einem Mode- und Lifestylestil an traditionellen Universitäten in dern 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Trump saß zunächst auch auf dem "Dark Academia"-Stuhl, zum Schluss seiner Präsidentschaft aber auf diesem hellbraunen Modell.
Einladende Sitzmöglichkeiten sind im Oval Office zu Genüge vorhanden. Das verrät der Blick auf den Schreibtisch des US-Präsidenten.
Trump umgab sich gerne mit zahlreichen Flaggen aus der Historie des US-Militärs. Sie stehen für die verschiedenen Streitkäfte des Landes.
Sie flankierten den Raum auch nach dessen Renovierung im Jahr 2017, als Trump seinen Dienst antrat. Biden hat sie entfernen lassen. Geblieben ist nur noch eine Flagge der USA und eine mit dem Präsidentensiegel.