Einen Tag vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk haben ukrainische Truppen nahe der Hafenstadt Mariupol im Süden des Landes eine Offensive gegen prorussische Separatisten begonnen. Auf der von Russland annektierten Krim hätten rund 600 russische Soldaten eine Militärübung gestartet.

Das meldet "Spiegel Online" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Ria. Unter Berufung auf die Agentur Interfax berichtet "Spiegel Online" weiter, dass rund 2.000 Spähtrupp-Soldaten zudem ein Manöver in Südrussland begonnen hätten.

Moskaus Armee kann in der Ukraine Unruhe stiften. Mehr aber auch nicht.

Der Nationale Sicherheitsrat teilte am Dienstag in Kiew mit, dass sich der ukrainische Sicherheitsratssekretär Alexander Turtschinow in der Region um Mariupol befinde, um die Truppen der Nationalgarde bei der Offensive gegen die prorussischen Separatisten zu führen. Auch das Freiwilligenregiment Asow beteiligte sich nach eigener Darstellung an dem Vorstoß. Drei Ortschaften seien am Morgen von den Aufständischen befreit worden, teilte die Einheit mit.

Kämpfe in Ost-Ukraine dauern weiter an

Nach jüngsten Geländegewinnen der Separatisten hatten Vertreter der Regierungstruppen immer wieder Unzufriedenheit mit der Militärführung geäußert. Es gebe schwere Kämpfe, hieß es am Dienstag. Auch die Aufständischen sprachen von erbitterten Gefechten. "Wir schließen eine Gegenoffensive nicht aus, aber das steht für uns jetzt nicht an obersten Stelle", sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin.

In der von den Aufständischen gehaltenen Großstadt Donezk starben bei Artilleriebeschuss mindestens zwei Zivilisten. Zwölf Menschen seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Aufseiten der Regierungstruppen gebe es 7 Tote und 23 Verletzte, sagte der Sprecher des Generalstabs in Kiew, Wladislaw Selesnjow.

Russland warnt Westen vor Gipfel-Treffen in Minsk

Warum die Verhandlungen zur Ukraine-Krise so schwierig sind.

Am diesem Mittwoch soll in der weißrussischen Hauptstadt Minsk bei einem Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten Petro Poroschenko (Ukraine), Wladimir Putin (Russland) und François Hollande (Frankreich) ein neuer Waffenstillstand ausgehandelt werden. Das Treffen gilt als entscheidend für die Zukunft der Ukraine. Dass es zustande kommt, ist noch nicht garantiert.

Zuvor hat Russland hat die vom Westen angedrohten neuen Sanktionen und Waffenlieferungen im Ukrainekonflikt als weiteren Versuch einer Destabilisierung der Lage kritisiert. "Russland ist ein Land, das wirklich an der Lösung der Krise interessiert ist", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag russischen Agenturen zufolge.

"Alle anderen Pläne einer Verschärfung der Sanktionen, einer Isolation (Russlands), einer Lieferung von Waffen und so weiter - das alles sind leider Schritte einer Destabilisierung der Lage in der Ukraine", sagte Peskow weiter. (cai/dpa)