Russlands Präsident Wladimir Putin soll sich in den vergangenen Monaten mehrmals schriftlich an Altkanzler Helmut Kohl (CDU) gewandt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Mit seinen Schreiben wollte Putin offenbar erreichen, dass Kohl in der Ukrainekrise ein freundliches Wort für Russland einlegt.

Das Büro Helmut Kohls wollte den Vorgang nach "Spiegel"-Angaben weder bestätigen noch dementieren. Man nehme dazu "nicht Stellung", hieß es.

Kohls Wort hat gerade in außenpolitischen Fragen in der Union noch immer Gewicht. Jede öffentliche Äußerung Kohls wäre für Wladimir Putin ein Gewinn, da Kanzlerin Angela Merkel einen harten Kurs gegen Russland fährt.

Der Altkanzler hatte in der Vergangenheit immer wieder gemahnt, den Gesprächsfaden zu Russland nicht abreißen zu lassen. "Für eine stabile europäische Sicherheitsordnung ist die Einbeziehung Russlands existenziell", schrieb Kohl in seinem Buch "Aus Sorge um Europa", das im vergangenen November erschien.