Wladimir Putin bestreitet bis heute, die Separatisten in der Ost-Ukraine militärisch zu unterstützen. Das sieht das US-Militär anders. Nach Angaben von General Ben Hodges befinden sich 12.000 russische Soldaten in der Ukraine. Weitere 29.000 seien auf der Krim stationiert und 50.000 sollen hinter der ukrainische Grenze bereitstehen.

Russland hat einen weiteren Hilfskonvoi in das Krisengebiet in der Ostukraine geschickt. Mehr als 160 Lastwagen würden über 1.800 Tonnen Güter in die Regionen um Donezk und Lugansk bringen, meldete die Nachrichtenagentur Tass am Mittwochmorgen unter Berufung auf den Zivilschutz. Der größte Teil davon seien Lebensmittel. Es ist der 17. Konvoi in die Region.

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Die Ukraine kritisiert Russlands Hilfskonvois als Verletzung ihrer Souveränität. Sie wirft dem Nachbarland vor, die Separatisten auf diese Weise auch mit Waffen und Munition zu unterstützen. Russland weist dies zurück und begründet die Hilfe mit der humanitären Katastrophe, die auch von einer ukrainischen Wirtschaftsblockade des Donbass verschärft worden sei.

40.000 Soldaten in der Ukraine und auf der Krim

Dass Russland militärische Unterstützung leistet, behauptet nach Medienberichten auch der Kommandeur der US-Heerestruppen in Europa, General Ben Hodges. Hodges zufolge sollen sich 12.000 russische Soldaten in der Ukraine befinden. Zudem seien 29.000 russische Soldaten auf der von Russland besetzten Krim stationiert. Weitere 50.000 Soldaten sind dem General zufolge auf russischen Boden stationiert - direkt an der ukrainischen Grenzen, schreibt etwa "Zeit" online.

Der ranghöchste General des US-Militärs, Martin Dempsey, hat sich indes deutlich für Lieferungen defensiver Waffen an die krisengeschüttelte Ukraine ausgesprochen. "Ich denke, wir sollten unbedingt ... (darüber) nachdenken", sagte Generalstabschef Dempsey bei einer Anhörung im Senat. Diese Diskussion müsse innerhalb der Nato geführt werden, da Russlands Präsident Wladimir Putin sich letztlich vorgenommen habe, das Bündnis zu zerbrechen. Bisher haben die USA lediglich militärische Ausrüstung im Wert von rund 100 Millionen Dollar geliefert.

Dempsey hatte sich am Dienstag den Fragen der Senatoren im Streitkräfteausschuss gestellt. Besonders der dortige Vorsitzende, der Republikaner, John McCain, drängt auf die Lieferung defensiver Waffen an die Ukraine. "Ich weiß, was Sie getan haben", fiel McCain Dempsey ins Wort, als der die bisherige Strategie der USA in der Ukraine erläutern wollte - und fügte hinzu: "Nicht genug." Am Mittwoch sollte Dempsey gemeinsam mit Pentagonchef Ashton Carter auch vor dem Haushaltsausschuss im Abgeordnetenhaus aussagen. (far/dpa)