Eine Lösung für den Konflikt in der Ukraine ist weiter nicht in Sicht. Russland hält sich weiterhin die Möglichkeit eines Militäreinsatzes offen. Die USA warnt vor einem "schweren und teuren Fehler". Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem Newsticker.

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21:16 Uhr: "Wichtig ist, dass wir jetzt alle diplomatischen Kanäle nutzen, dass dieses Team unverzüglich und unversehrt freikommt", sagte Ursula von der Leyen. Zurzeit bemühe sich die Regierung auch darum herauszufinden, was die Separatisten konkret forderten. Zuvor hatte das Kiewer Innenministerium erklärt, die Beobachter würden von Aufständischen festgehalten. Der Kontakt zu der Gruppe war am Mittag abgerissen. Zu dem OSZE-Team gehören nach Angaben eines deutschen Ministeriumssprechers sieben Beobachter - darunter drei Deutsche - plus ein deutscher Dolmetscher.

21:15 Uhr: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich besorgt über Berichte geäußert, wonach ein Team von OSZE-Beobachtern in der Ostukraine von prorussischen Separatisten festgesetzt wurde. Es zeichne sich ab, dass auch vier Deutsche - drei Bundeswehrangehörige und ein Dolmetscher - entführt wurden, sagte sie am Freitag in Hagen. Noch sei die Lage aber unklar. Die Bundeswehr habe bereits Kontakt mit den Familien der vier Deutschen aufgenommen.

18:48 Uhr: Die Gruppe werde derzeit im Gebäude des Geheimdienstes befragt, das von Gegnern der Zentralregierung in Kiew besetzt sei. Slawjansk wird insgesamt von bewaffneten prorussischen Kräften kontrolliert. Die Stadt ist von regierungstreuen ukrainischen Einheiten umstellt. Der Kontakt mit der Gruppe war am Mittag abgebrochen. Der festgesetzten Gruppe gehören der Staatsagentur Itar-Tass zufolge drei deutsche Soldaten und ein deutscher Dolmetscher sowie je ein Militärbeobachter aus Dänemark, Polen, Schweden und Tschechien an. Deutschland führt diesen Einsatz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), parallel existiert in der krisengeschüttelten Ukraine derzeit noch ein Einsatz diplomatischer OSZE-Beobachter.

18:47 Uhr: Prorussische Separatisten haben der ukrainischen Regierung zufolge in Slawjansk einen Bus mit OSZE-Militärbeobachtern in ihre Gewalt gebracht, darunter auch drei Deutsche. Die insgesamt sieben OSZE-Vertreter sowie fünf ukrainischen Militärs und der Fahrer des Wagens seien unter Zwang zum örtlichen Gebäude des Geheimdienstes gebracht worden, teilte das Innenministerium in Kiew am Freitag mit. Der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow bestätigte der Agentur Interfax zufolge, dass ein Bus festgehalten worden sei. Ob es sich bei den Passagieren um OSZE-Mitarbeiter handele, werde geprüft. In dem Bus hätten sich Patronen und Sprengsätze befunden.

18:10 Uhr: Aufständische in der Stadt Slawjansk halten derzeit laut übereinstimmenden Medienberichten acht Militär-Beobachter gegen ihren Willen fest. Es sollen sich auch drei deutsche Soldaten unter den Betroffenen befinden.

Aufständische wollen Stadt verteidigen

17:14 Uhr: Die prorussischen Aufständischen wollen die Stadt Slawjansk nicht räumen. "Wir werden die Stadt nicht übergeben", teilte der selbsternannte Bürgermeister Wjatscheslaw Ponomarew bei einer Pressekonferenz mit. "Soweit möglich werden wir uns widersetzen. Die Stadt wird belagert, wir sind bereit, sie zu verteidigen."

17:00 Uhr: In einer Telefonkonferenz haben nun US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande, der britische Premier David Cameron und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi über weitere Strafmaßnahmen gegen Russland beraten. Sie verlangen von Moskau, es solle sich "provokativer Erklärungen oder Manöver der Einschüchterung" enthalten und zu einer "Deeskalation" der Lage beitragen.

15:52 Uhr: Merkel droht Russland mit weiteren Sanktionen. Die zweite Stufe umfasst Reisebeschränkungen und Kontosperrungen. Ihr polnischer Kollege Tusk sagte: "Was in der Ukraine passiert, ist vielleicht eine permanente Krise. Deswegen müssen wir eine neue Dimension europäischer Solidarität zeigen."

15:38 Uhr: Angela Merkel und Polens Ministerpräsident Donald Tusk sprechen derzeit in der Pressekonferenz auch über die Krise in der Ukraine. Die Kanzlerin geht hart mit Wladimir Putin ins Gericht. Ihr fehle das Bekenntnis Russlands zu den Genfer Vereinbarungen. "Russland hätte Möglichkeiten, die Separatisten auf einen friedlichen Weg zu bringen. Solche Signale sind bislang ausgeblieben", sagt Merkel.

15:29 Uhr: Das ukrainische Energieunternehmen DTEK droht den Bewohnern der Krim mit Stromausfall. In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es, die Krim habe 60 Millionen Dollar Schulden bei der DTEK. Die Krim wurde im März von Russland annektiert, ist jedoch noch an das ukrainische Stromnetz angeschlossen.

15:21 Uhr: Die Beobachtermission der OSZE in der Ukraine soll so schnell wie möglich verstärkt werden. Die Vorbereitungen seien bereits angelaufen, sagte der Sonderbeauftragte der OSZE für die Ukraine, Tim Guldimann, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Ständige Rat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa habe am 21. März beschlossen, bis zu 500 Beobachter in das krisengeschüttelte Land zu entsenden. Zurzeit seien 130 bis 140 Experten vor Ort. Eine Aufstockung gehe nicht von einem Tag auf den anderen, sagte Guldimann. "Aber es ist klar, dass die Mission substanziell verstärkt werden soll."

14:35 Uhr: Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) hat eine vorläufige Untersuchung in der Ukraine aufgenommen. Das teilte das Gericht mit. Die ukrainische Interimsregierung hatte beim ICC um Hilfe gebeten, mögliche Verbrechen gegen die Bevölkerung aufzuklären.

Zweite Phase der "Anti-Terror-Operation" beginnt

13:34 Uhr: Wie die "Kiew Post" berichtet, sei die zweite Phase der "Anti-Terror-Operation" in der Ostukraine angelaufen. Das habe ein Regierungsvertreter in Kiew vor Journalisten gesagt. Demnach soll um die Stadt Slawjansk, die als Hochburg der prorussischen Separatisten gilt, eine Blockade errichtet werden. Stürmen wolle man die Stadt nicht, um zivile Opfer zu vermeiden.

13:24 Uhr: Prorussische Kämpfer haben sich zu dem Raketenanschlag auf den Militärhubschrauber am Flughafen von Kramatorsk bekannt. Das berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti. "Unsere Männer haben sich dem Flugfeld genähert und eine Granate auf den Helikopter abgefeuert", sagte ein Sprecher der selbsternannten Verteidigungskräfte. "Dann haben die Ukrainer auf uns gefeuert und wir haben uns zurückgezogen.

13:19 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow beschuldigt den Westen, die Kontrolle über die Ukraine anzustreben: "Der Westen will - und so begann alles - die Kontrolle über die Ukraine ergreifen wegen seiner eigenen politischen Ambitionen, nicht wegen der Interessen des ukrainischen Volkes."

Militärhubschreiber von prorussischen Kämpfern getroffen

12:14 Uhr: Verschiedene Medien berichten, der Militärhubschrauber am Flughafen von Kramatorsk sei bei einem vermeintlichen Terror-Akt explodiert. Bei der Aktion soll der Pilot des Helikopters verletzt worden sein. Offizier Wassyl Krutow von den ukrainischen Spezialkräften sagte der Nachrichtenagentur Interfax, der Helikopter sei am Boden von einer Rakete getroffen worden.

12:12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert von Russlands Präsidenten Wladimir Putin die Einhaltung des Genfer Abkommens. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert habe Merkel am Vormittag mit Putin telefoniert.

11:46 Uhr: Russland scheint weiter auf Provokation zu setzen. Wie das ukrainische Verteidigungsministerium über die Nachrichtenagentur Reuters verbreitet, hätten sich russische Einheiten bei ihrem Manöver bis auf einen Kilometer der gemeinsamen Grenze genähert. Überschritten hätten sie diese jedoch nicht.

"Russland will den dritten Weltkrieg"

11:08 Uhr: Der ukrainische Übergangspremier Arsenij Jazenjuk richtet bei der Agentur "Reuters" drastische Worte an die Weltöffentlichkeit: "Russland will den dritten Weltkrieg starten." Es sei Moskaus Ziel, die Ukraine "militärisch und politisch" zu besetzen. Die Versuche des Kremls, einen Konflikt herbeizurufen, werde einen militärischen Konflikt in Europa bewirken.

10:49 Uhr: Auf Nachfrage des ARD-Reporters Demian von Osten behaupten ukrainische Soldaten, ein Hubschrauber habe ein technisches Problem gehabt und sei explodiert. Die Soldaten erklären weiter, auch die Munition des Helikopters sei explodiert. Daher seien die schussähnlichen Geräusche gekommen.

10:32 Uhr: Der ARD-Reporter meldet über Twitter, dass es am Flughafen von Kramatorsk zu Kämpfen gekommen sei. Es habe bereits zwei Explosionen gegeben, auch Schüsse seien gefallen. Noch steht eine offizielle Bestätigung aus. Die Reporter müssen einen Kilometer Sicherheitsabstand zum Flughafen wahren.

10:01 Uhr: Reporter vor Ort melden, ukrainische Helikopter werfen erneut Flugblätter über Slawjansk ab. Es ist ein Aufruf, nicht den Anweisungen der pro-russischen Milizen zu folgen.

Steinmeier will Genfer Abkommen retten

9:40 Uhr: Einem Medienbericht zufolge will Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier einen neuen Versuch zur Rettung des Genfer Abkommens starten. In einem Schreiben an den Schweizer Außenminister und amtierenden Chef der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, habe er eine stärkere Vermittlungsrolle der OSZE zur Lösung des Ukraine-Konflikts gefordert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

9:20 Uhr: Als Reaktion auf eine Militäroffensive gegen moskautreue Kräfte im Osten der Ukraine hat Russland ein großangelegtes Manöver im Grenzgebiet zu dem Nachbarland begonnen. Spezialeinheiten hatten am Donnerstag nach Angaben des Kiewer Innenministeriums nahe der Stadt Slawjansk in einem Gefecht fünf prorussische Separatisten erschossen. Die vom Kreml initiierte Übung, an der auch die russischen Luftstreitkräfte beteiligt sind, soll die ukrainische Führung abschrecken, weiter mit Gewalt gegen die prorussischen Kräfte vorzugehen. Botschafter Tschurkin sagte, dass Moskau sich weiterhin die Möglichkeit eines Militäreinsatzes in dem Nachbarland offenhalte, um russische Bürger zu schützen.

9:10 Uhr: Russland will im Fall weiterer Gewalt in der Ukraine den Weltsicherheitsrat einschalten. Das sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin dem Moskauer Staatsfernsehen am Freitag.

9:00 Uhr: Die Lage in der Ostukraine spitzt sich zu. Regierungstruppen töten fünf prorussische Separatisten. Russland spricht von einem "sehr ernsten Verbrechen" und reagiert mit einem Großmanöver. Die USA drohen mit Konsequenzen: US-Außenminister Kerry warnte Moskau vor einem "schweren und teuren Fehler". Die Zeit für einen Kurswechsel laufe ab.

Lesen Sie hier den Newsticker vom 24.04.2013.

Mit Material der dpa und AFP