Ein deutsches Unternehmen soll maßgeblich an der Aufrüstung der russischen Armee beteiligt gewesen sein. Das berichtet das US-Onlinemagazins "Daily Beast". Demnach haben die Nato-Länder in den vergangenen Jahren die russischen Truppen bei der Aufrüstung nach dem Georgienkrieg 2008 unterstützt. Laut "Daily Beast" soll ein deutscher Konzern russische Spezialkräfte ausgebildet haben, die im Februar dieses Jahres auf der Krim im Einsatz waren.

"Daily Beast" beruft sich in dem Bericht auf Quellen aus dem US-Verteidigungsministerium und dem Kongress. Demnach soll ein deutsches Unternehmen im Jahr 2011 einen Auftrag über 120 Millionen Euro zur Errichtung eines Übungszentrums im südwestrussischen Mulino bekommen haben. Jedes Jahr sollten dort 30.000 Soldaten ausgebildet werden können. Der Partner sei dabei die russische Firma "Oberonservis" gewesen. Erst im März 2014 wurde das Projekt durch die Bundesregierung gestoppt.

Aufgrund dieses Geschäfts vermutet die US-Regierung, dass Deutschland seit Jahren russische Truppen trainiert. Zu den ausgebildeten Soldaten sollen auch Mitglieder der Spezialtruppe gehören, die mit den Ereignissen der Krim-Krise in Zusammenhang gebracht werden.

"Die Leute sind angepisst"

Das Magazin berichtet außerdem, dass das deutsche Unternehmen bei der Beschaffung von neuen Ausrüstungsgegenständen geholfen haben könnte. "Die Leute sind angepisst", beschreibt laut "Daily Beast" ein Pentagon-Mitarbeiter die Stimmung in der Behörde. Ein Senator sagte dem Magazin: "Es ist sehr unglücklich, dass deutsche Konzerne russische Truppen sogar während der Ereignisse auf der Krim unterstützt und ausgebildet hat."

Der Auftrag für das Übungszentrum soll laut dem "Congressional Research Service" damit zusammenhängen, dass die Bundesregierung die militärische Zusammenarbeit mit Partnerländern intensivieren möchte. (frei)