Die Türkei hat im Streit um Besuche von Bundestagsabgeordneten auf dem Nato-Stützpunkt Konya eingelenkt. Im September soll eine Delegation von sieben Abgeordneten den Stützpunkt besuchen.

Nach wochenlangem Warten dürfen Bundestagsabgeordnete am 8. September den Nato-Stützpunkt im türkischen Konya besuchen.

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Die Nato teilte am Montag mit, dass sich Deutschland und die Türkei nach Vermittlung von Generalsekretär Jens Stoltenberg auf diesen Termin geeinigt hätten.

Grünen-Spitzenkandidat im Exklusiv-Interview mit unserer Redaktion.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) informierte gleichzeitig den Verteidigungsausschuss des Bundestags in einem Schreiben über die Reiseerlaubnis. Zuerst hatte das ARD-Hauptstadtstudio darüber berichtet.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Besuchserlaubnis begrüßt.

"Es ist eine gute Lösung, dass der Besuch deutscher Abgeordneter nun unter dem Dach der Nato stattfinden kann", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Abgeordnete sollen deutsche Truppen besuchen dürfen

"Die Flüge‎ aus Konya sind eine Nato-Mission, die Awacs-Flugzeuge sind eine Nato-Fähigkeit. Deshalb ist es richtig, dass die Nato auch die Organisation der Reise von Nato-Parlamentariern nach Konya in die Hand genommen hat", erklärte sie weiter.

Grundsätzlich müsse es möglich sein, dass Abgeordnete die deutschen Einsatzkontingente besuchen dürfen. "Das ist auch eine Frage des gegenseitigen Respekts in der Nato."

Den Respekt, den die Türkei von Deutschland erwarte, müsse sie auch selbst zeigen. "Wir sollten uns darauf konzentrieren, den islamistischen Terror zu bekämpfen. Das ist auch im Interesse der Türkei."

Türkei genehmigt Nato-Reise

Von Konya aus unterstützt die Nato den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen.

Die Delegation mit sieben Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen soll von der Vize-Generalsekretärin der Nato, Rose Gottemoeller, geleitet werden.

Damit handelt es sich offiziell nicht um eine Bundestags-, sondern eine Nato-Reise.

Bundeswehr zieht von Incirlik nach Jordanien um

Die Türkei hatte Mitte Juli einen Besuch der Parlamentarier bei den deutschen Soldaten in Konya - es sind rund ein Dutzend - auf unbestimmte Zeit verschoben und dies mit den angespannten bilateralen Beziehungen begründet.

Daraufhin hatten Abgeordnete mit einem Abzug der deutschen Soldaten gedroht.

Wegen eines Besuchsverbots für deutsche Parlamentarier auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik, zieht die Bundeswehr gerade von dort nach Jordanien um.  © dpa