Spanien liefert den deutschtürkischen Schriftsteller Dogan Akhanli aus Köln nicht an die Türkei aus. Das teilte das spanische Justizministerium am Freitag in Madrid mit.

Der Ministerrat in Madrid habe entsprechend eines Vorschlags von Justizminister Rafael Catalá entschieden, das Auslieferungsverfahren an die Türkei nicht fortzusetzen, heißt es in einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Akhanli war am 19. August bei einem Spanienurlaub wegen eines türkischen Fahndungsaufrufs festgenommen worden.

Einen Tag später wurde er freigelassen, musste sich seither aber wöchentlich bei der Polizei melden.

Die Türkei wirf ihm Beteiligung an einem Raubmord vor. Akhanli bestreitet das und sieht politische Motive hinter dem Auslieferungsantrag.

Im Visastreit mit den USA legt sich die Türkei einmal mehr mit einem übermächtigen Gegner an. Ein gefährlicher Weg – denn Recep Tayyip Erdogan bleiben nicht mehr viele politische Freunde auf der Welt. Nicht nur mit Deutschland hat er es sich verscherzt – der türkische Präsident führt sein Land zunehmend in die Isolation.


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