Der Kreml hat zurückhaltend auf den Amnesty-Bericht über den Tod von Zivilisten bei den umstrittenen russischen Luftangriffen in Syrien reagiert.

Er habe keine Informationen darüber, ob die Angaben von Amnesty International verlässlich seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau.

Das Verteidigungsministerium werde sich mit dem Bericht auseinandersetzen, sagte der enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge.

Die Menschenrechtler von Amnesty werfen Russland Angriffe auf Wohngebiete, Märkte und medizinische Einrichtungen im Bürgerkriegsland Syrien vor. Dabei sollen Hunderte Zivilisten getötet worden sein, heißt es in dem Bericht. Die Angriffe kämen Kriegsverbrechen gleich.

Der Amnesty-Bericht konzentriert sich auf sechs Angriffe zwischen September und November in Homs, Idlib und Aleppo, bei denen rund 200 Zivilisten ums Leben gekommen seien.

Die Organisation wirft Moskau vor, falsche Angaben zu zivilen Opfern gemacht zu haben. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass die russischen Soldaten Streumunition und Bomben ohne Lenksysteme in dicht besiedelten Gebieten einsetzten. Manchmal habe es kein erkennbares militärisches Ziel gegeben.

"Es ist unbedingt notwendig, dass die mutmaßlichen Verstöße unabhängig und unparteiisch untersucht werden", sagte der Mitteilung zufolge Philip Luther, der bei Amnesty für den Nahen Osten und Nordafrika zuständig ist.

Für den Bericht hat die Organisation nach eigenen Angaben Augenzeugen befragt und Bildmaterial ausgewertet.

Russland kämpft in Syrien gegen die Terrormiliz IS, aber auch gegen andere Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. (cai/dpa)