Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen hat den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt.

Nach Angaben der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) steht fest, dass vergangenen Februar in Syrien Giftgas zum Einsatz kam.

Eine Erkundungsmission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Stadt Sarakib in der Region Idlib am 4. Februar Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sei, teilte die Organisation am Mittwoch in Den Haag mit.

Das Chlorgas sei "wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden", resümierten die Experten.

OPCW kann niemanden zur Verantwortung ziehen

Die OPCW hat allerdings kein Mandat, Verantwortliche für den Einsatz von verbotenen Chemiewaffen festzustellen.

Der OPCW-Bericht zum mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im April in Duma ist noch nicht veröffentlicht worden.

OPCW war bis Anfang Mai in Duma

Die OPCW-Inspekteure hatten nach russischen Militärangaben ihre Untersuchung Anfang Mai nahe der Stadt Duma beendet. Die Soldaten hätten den OPCW-Fachleuten ungehinderten Zugang zu allen gewünschten Objekten verschafft, betonte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow.

In Duma im damaligen Rebellengebiet Ost-Ghuta bei Damaskus waren am 7. April mehr als 40 Menschen mutmaßlich durch Gas getötet und Hunderte verletzt worden. Der Westen machte die syrische Regierung für die Attacke verantwortlich, Damaskus und Moskau wiesen den Vorwurf zurück.

Die USA, Großbritannien und Frankreich feuerten eine Woche später Marschflugkörper auf Syrien ab. Fachleute der OPCW gelangten erstmals am 21. April zu Untersuchungen nach Duma. (ank/afp/dpa)