München (ae/dpa/mom) - Der nächste Plagiatsskandal ist perfekt. Nachdem die Universität Bayreuth die Plagiatsvorwürfe gegen Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bestätigte und ihm bereits am 23. Februar den Doktortitel aberkannt hatte, verliert nun auch die Tochter von Edmund Stoiber (CSU) ihren Doktortitel.

Nach einer eingehenden Untersuchung der Dissertation von Veronica Saß ist der Promotionsausschuss der Universität Konstanz zu dem Schluss gekommen, dass "erhebliche Teile der Arbeit Plagiate" seien.

Der Rektor der Uni Ullrich Rüdiger erläuterte, dass ihr der Doktorgrad entzogen worden sei, weil die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorgelegen hätten.

An der Uni Konstanz verpflichten sich die Doktoranten, dass sie ihre Dissertation selber verfasst haben und andere Quellen als solche kenntlich gemacht werden. "Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen", bekräftigte Rüdiger.

Laut dem "VroniPlag Wiki" soll die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten in ihrer Dissertation "fast durchgängiges, wortwörtliches Plagiat von knapp 40 Seiten", beinhalten.

"Focus.de" zitiert die Hamburger Rechtsanwältin Tanja Eisenblätter. Sie wirft der Stoiber-Tochter vor, dass sie von ihr "25 Seiten wortwörtlich übernommen" habe, "ohne Nennung der Quelle".

Desweiteren sollen bei der Saß-Arbeit mit dem Titel "Regulierung im Mobilfunk" diverse Pressemitteilungen, Zeitungsartikel und Einträge von "Wikipedia" übernommen worden sein, ohne Angabe von Quellen. Auf Anfrage der "dapd" wollte sich Saß, die in einer Münchener Kanzlei als Rechtsanwältin arbeitet, nicht zu dem Vorfall äußern.