München (jfi/ae) - Wochenlang hatte sich der störrische alte Mann an die Macht in Ägypten geklammert - am Freitagabend kam endlich das Aus für Husni Mubarak. Doch bei seiner Flucht hat der Machthaber der vergangenen 30 Jahre sein Volk möglicherweise zum letzten Mal getäuscht. Legte er absichtlich eine falsche Fährte, um sich einer strafrechtlichen Verfolgung zu entziehen?

Übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag zufolge hatte sich Mubarak schon am Mittag in den auch bei deutschen Touristen beliebten Badeort Scharm el Scheich zurückgezogen, wo er ein Ferienhaus besitzt. Doch offenbar handelte es sich nur um einen klugen Schachzug, um die Massen kurzfristig zu beruhigen und Zeit für die Flucht aus Ägypten zu gewinnen.

"Stern.de" berichtet jetzt unter Bezugnahme auf nicht näher bezeichnete Quellen, der Despot sei inzwischen in das Emirat Schardscha geflogen. Auch seine Familie soll sich bereits seit Dienstag letzter Woche dort aufhalten. Die Behörden des kleinen Emirats bestreiten jedoch, dass der 82 Jahre alte ehemalige Staatschef sich in dem Land aufhalte. Und es gibt noch weit bizarrere Gerüchte: Angeblich will Mubarak nach Israel fliehen. Die ägyptische Botschaft in Israel soll dem arabischen Sender Al Jazeera bestätigt haben, dass der jüdische Staat Vorbereitungen treffe, um Mubarak aufzunehmen.

Ganz ähnlich wie andere Diktatoren vor ihm nutzte offenbar auch Mubarak die letzten Tage vor seinem Sturz, um sein größtenteils unrechtmäßig angehäuftes Vermögen außer Landes zu bringen. Der britische "Telegraph" berichtet unter Berufung auf westliche Geheimdienste, Mubarak habe die letzten 18 Tage seines Regimes genutzt, um sein Vermögen in Höhe von umgerechnet 3 bis 30 Milliarden Euro in Sicherheit zu bringen. Darunter sollen auch größere Bestände an Gold sein. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass Mubarak sich auch an den Goldvorräten der ägyptischen Zentralbank vergriffen haben könnte.