Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht wählt harte Worte, um die Luftangriffe in Syrien zu verurteilen. Aus ihrer Sicht sind sie nicht weniger schlimm als die Anschläge von Paris. Damit stößt sie in CDU und SPD auf Kritik.

Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei Wagenknecht hat die von der Bundeswehr unterstützten Luftangriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien mit den Terroranschlägen in Paris gleichgesetzt.

"Natürlich ist es kein geringeres Verbrechen, unschuldige Zivilisten in Syrien mit Bomben zu ermorden, als in Pariser Restaurants und Konzerthäusern um sich zu schießen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview. "Das eine ist individueller, das andere staatlich verantworteter Terror."

"Zynisch und verantwortungslos"

Der peinliche Versuch, Clinton zu beschädigen, geht nach hinten los.

Laut der "Berliner Zeitung" (B.Z.) stößt sie damit auf Kritik. CDU-Bundestagsabgeordneter Karl-Georg Wellmann sagte der "B.Z.": "Es ist unsäglich, verbrecherischen Terror gleichzusetzen mit dem Bemühen der zivilisierten Staatengemeinschaft, dem Töten und Morden in Syrien ein Ende zu machen."

Auch aus Reihen der SPD wurde der Vergleich verurteilt. Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht, sagte: "Es ist zynisch und verantwortungslos, wenn Wagenknecht die Luftschläge gegen den IS als Terror bezeichnet. Diese Haltung ist ein Schlag ins Gesicht all jener Opfer, die unter den IS-Terroristen leiden müssen".

Auch SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold kritisierte die Äußerung Wagenknechts scharf. "Es wird immer maßloser, wie die Linke mit diesen Themen umgeht", sagte er der dpa. Die Linke müsse begreifen, dass man den IS auch mit militärischen Mitteln bekämpfen müsse. "Sonst werden am Ende die Brutalsten obsiegen."

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte zu den Äußerungen Wagenknechts lediglich: "Ich glaube, da entbehrt sich jeder Kommentar."

Knapp 300 getötete Zivilisten

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben seit Beginn der US-geführten internationalen Luftangriffe auf syrische IS-Stellungen im September 2015 mindestens 299 Zivilisten, unter ihnen 81 Kinder.

Neben amerikanischen, französischen und britischen Kampfjets beteiligen sich auch Jagdbomber arabischer Länder. Parallel dazu fliegt die russische Luftwaffe Angriffe, bei denen nach Erkenntnissen der Beobachtungsstelle 710 Menschen getötet wurden.

Bei den Pariser Anschlägen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) auf einen Konzertsaal, mehrere Cafés und Restaurants sowie vor dem Fußballstadion Stade de France waren am 13. November 130 Menschen getötet worden.

Als Reaktion darauf begann Frankreich Luftangriffe auf den IS in Syrien und bat die EU-Verbündeten um Unterstützung.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit einem Tankflugzeug und einer Fregatte zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers. Im Januar sollen deutsche "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge hinzukommen. (she/dpa)