Sahra Wagenknecht wird 50: Ihr Weg zur Fraktionsvorsitzenden der Linken

Die Fraktionsvorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht wird 50. Seit 1991 ist Wagenknecht in der Politik aktiv. Wir zeigen Ihnen ihren Weg hin zur Fraktionsvorsitzenden der Linken.

Sahra Wagenknecht wurde am 16. Juli 1969 in Jena geboren. Sie ist Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter. Mit Beginn ihrer Schulzeit zog sie mit ihrer Mutter nach Ost-Berlin. Ihr Vater gilt seit einer Reise in den Iran als verschollen.
Ab dem Sommersemester 1990 studierte sie Philosophie sowie Neue Deutsche Literatur an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und der Humboldt-Universität zu Berlin. Nachdem sie ihr Studium in Berlin abgebrochen hatte, beendete sie ihr Philosophie-Studium an der niederländischen Reichsuniversität Groningen 1996.
Gemeinsam mit Kurt Rebmann, (links) und Alice Schwarzer (rechts) war Wagenknecht 1996 zu Gast bei "Boulevard Bio", moderiert von Alfred Biolek (zweiter von rechts).
Im Jahr 2005 begann Sahra Wagenknecht, ihre Dissertation zum Thema "Die Grenzen der Wahlfreiheit. Sparentscheidungen und Grundbedürfnisse in entwickelten Ländern" zu schreiben, die sie 2012 abgab und mit Magna cum Laude abschloss.
Ab 1991 war Wagenknecht Mitglied des Parteivorstands der PDS. Jedoch musste sie zwischen 1995 und 2000 aus dem Vorstand ausscheiden, weil Gregor Gysi sie für so untragbar hielt, dass er mit seinem Rücktritt gedroht hatte.
Im Jahr 2000 kehrte Wagenknecht in den Parteivorstand der PDS zurück. Seit 2007 ist sie Mitglied des Parteivorstandes der Partei Die Linke.
Bei der Europawahl 2004 wurde Wagenknecht nach einer parteiinternen Kampfabstimmung ins Europaparlament gewählt. Nach der Wahl 2009 schied sie aus dem Parlament wieder aus.
Ein Jahr später wurde Wagenknecht auf Vorschlag Gysis sowie des Parteivorstandes auf dem Bundesparteitag der Linken mit 75,3 Porzent der Stimmen zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Ende des Jahres 2011 erhielt sie bei der Wahl zur ersten Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden die meisten Stimmen.
Seit der Bundestagswahl 2009 sitzt Sahra Wagenknecht im Bundestag, seit 2011 ist sie eine von zwei ersten Stellvertreterinnen des Vorsitzenden der Bundestagsfraktion.
Nicht nur in der Politik hat sich Sahra Wagenknecht einen Namen gemacht. Die Publizistin schrieb in der Vergangenheit verschiedene Bücher, darunter auch "Freiheit statt Kapitalismus", welches 2011 veröffentlicht wurde. Ein Jahr später gab es eine zweite, erweiterte Auflage.
Seit 2012 ist Wagenknecht mit Oskar Lafontaine liiert. Im Dezember 2014 heiratete das Paar. Von 1997 bis 2013 war die 50-Jährige mit Ralph-Thomas Niemayer verheiratet.
Gregor Gysi war bis Herbst 2015 Fraktionsvorsitzender der Linken und somit Vorgänger von Sahra Wagenknecht.
Zunächst wollte die heute 50-Jährige nicht zur Wahl für den Posten der Fraktionsvorsitzenden antreten. Doch nach dem Rücktritt Gysis erklärte sie sich bereit, gemeinsam mit Dietmar Bartsch in einer Doppelspitze antreten zu wollen.
Im Juni 2015 unterzeichnete Wagenknecht zusammen mit 150 Prominenten aus Kultur und Politik einen offen Brief an Kanzlerin Merkel, in dem die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften gegenüber der zweigeschlechtlichen Ehe gefordert wurde.
Anders als viele Mitglieder der Linkspartei ist Wagenknecht gegen offene Grenzen. Ihrer Ansicht nach nutzen diese nur den Eliten in den Industrieländern.
Außerdem kritisierte Wagenknecht die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel und bezeichnete diese als "planlos". Sie ist der Meinung, dass sie zu einem "völligen Staatsversagen" geführt hat "auf sozialem Gebiet ebenso wie auf dem der inneren Sicherheit".
2015 tritt Sahra Wagenknecht als Prinzessin Leia verkleidet bei der Verleihung des Ordens Wider den tierischen Ernst durch den Aachener Karnevalsverein AKV in Aachen auf.
Im März 2018 trat die Politikerin in der Kochsendung "Grill den Profi" an.
Gemeinsam mit Oskar Lafontaine griff Wagenknecht 2018 den Vorschlag zur Gründung einer linken Sammlungsbewegung auf, einer überparteilichen Initiative, die die zerstreute Linke zusammenführen und ihr eine neue gesellschaftspolitische Dominanz verschaffen soll.
Im März 2019 kündigte Wagenknecht an, sich der Gesundheit geschuldet sowohl aus den Führungsgremien der Bewegung zurückzuziehen als auch im Herbst nicht mehr für den Fraktionsvorsitz der Linksfraktion im Bundestag zu kandidieren. Hier spricht sie mit Modedesigner Wolfgang Joop vor einem Gespräch mit der Überschrift "Mode trifft Politik".