Russland: Die Nummer zwei der stärksten Armeen

Russlands Streitkräfte simd eine Mischung aus modernem Kriegsgerät und Relikten aus der Sowjetzeit. Das ist das Arsenal der russischen Armee.

1991 brach die Sowjetunion zusammen - und der russische Wehretat schrumpfte drastisch. Im Jahr 2000 betrugen die Militärausgaben nur noch 9,7 Milliarden US-Dollar, gerade mal 3,5 Prozent der Ausgaben von 1988. Die russische Armee kämpfe jahrelang mit erheblichen finanziellen Problemen.
Unter Wladimir Putin verbesserte sich die Situation. 2017 gab Russland 66 Milliarden Euro für seine Verteidigung aus. Heute verfügt es über die zweitstärkste Armee der Welt - mit mehr als einer Million aktiven Soldaten und über zwei Millionen Reservisten. In der Rangliste von "Global Firepower" belegt Russland seit Jahren Platz zwei hinter den USA und vor China.
Seine über 20.000 Panzer machen Russland zur stärksten Landmacht der Welt. Bis 2020 will die russische Armee über 100 Exemplare des neuen Superpanzers Armata T-14 verfügen. Er gilt als der stärkste aktuell verfügbare Kampfpanzer und ist der erste, der serienmäßig über einen unbemannten Turm verfügt.
Der T-80 ist der letzte Sowjet-Panzer, der in großer Stückzahl produziert wurde. Er wurde von Mitte der 70er bis Anfang der 90er Jahre gebaut. Zusammen mit dem zehn Jahre älteren T-72 bildet er den Hauptteil der russischen Panzerkräfte. Der Großteil der 20.000 Panzer der russischen Armee ist eingelagert. Im aktiven Dienst befinden sich nur ein kleiner Teil. Offizielle Zahlen gibt nicht.
Der Sukhoi Su-30SM ist die moderne Ausführung des Kampffliegers Su-30. Er kann Geschwindigkeiten von bis zu 2.450 km/h erreichen. Das Magazin "The Diplomat" geht davon aus, dass bis 2020 rund 90 der Flugzeuge bei der russischen Armee im Einsatz sein werden.
Der Kampfhubschrauber Kamov Ka-52 wird seit 2008 in Serie produziert. Er ist für Einsätze bei jeder Witterung geeignet, sowohl in Wüstenregionen als auch bei extremer Kälte. Durch seine Vielseitigkeit kann er sowohl gegen Bodenziele als auch gegen andere Helikopter eingesetzt werden.
Die finanzielle Krise nach dem Zerfall der UdSSR traf die Marine besonders hart. Die Zahl der einsatzfähigen Schiffe ging drastisch zurück. Die Probleme gingen so weit, dass die USA Russland personelle und finanzielle Hilfe beim Abwracken alter Atom-U-Boote leisteten.
Derzeit besitzt Russland nur einen Flugzeugträger, die Admiral Kusnetsov (Bild). Zur Sowjetzeit verfügte die Marine noch über sechs weitere Flugdeckkreuzer, die Vorgänger der heutigen Flugzeugträger. Diese wurden alle zwischen 1990 und 2000 abgewrackt.
Der Zerstörer Marshal Shaposhnikov wurde 1985 zu Wasser gelassen. Er ist 163 Meter lang und ist für eine Besatzung von 220 Mitgliedern ausgelegt. Der Zerstörer ist Teil der russischen Pazifikflotte.
Der atomare Schlachtkreuzer Pyotr Velikiy und das Atom-U-Boot Dmitry Donskoy (beide im Bild) gehören zu den Größten ihrer Art. Mit einer Länge von 252 Metern ist die Pyotr Velikiy eines der längsten Schlachtschiffe der Welt. Auch die Dmitry Donskoy zählt mit 175 Metern Länge zu den größten je gebauten U-Booten.
Die Dmitry Donskoy ist in der Lage, Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen abzufeuern. Hier ist der erfolgreiche Abschuss von vier Bulava-Interkontinentalraketen zu sehen. Insgesamt kann das U-Boot bis zu 20 Raketen und 200 Atomsprengköpfe mitführen.
Russland besitzt noch immer das zweitgrößte Atomwaffenarsenal der Welt. Aktuell schätzt man, dass Russland über etwa 1.600 aktive und einsatzbereite Sprengköpfe verfügt. Während des Kalten Krieges soll die Sowjetunion über 50.000 Atomwaffen produziert haben.
Die Topol M hat eine Reichweite von bis zu 10.500 km. Man geht davon aus, dass sie Atomsprengköpfe mit einer Sprengkraft von 500 Kilotonnen TNT-Äquivalent transportieren kann. Zum Vergleich: Die Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, besaßen eine Sprengkraft von 12,5 und 22 Kilotonnen.