• Sie sind keine Feinde, aber auch keine Freunde: Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan sind am Freitag zu einem Treffen am Schwarzen Meer zusammengekommen.
  • Die Präsidenten Russlands und der Türkei demonstrierten ihre Zusammenarbeit. Doch nicht nur in der Ukraine haben sie unterschiedliche Interessen.

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Der russische Präsident Wladimir Putin und das türkische Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan sind am Freitag erneut zu einem Austausch unter anderem über den Krieg in der Ukraine zusammengekommen.

Putin dankte Erdogan bei einem Statement vor den Gesprächen für dessen Vermittlung im Konflikt um Getreideexporte aus der Ukraine über das Schwarze Meer sowie bei einer "Paketlösung über die störungsfreie Lieferung russischer Lebens- und Düngemittel auf die Weltmärkte", die mit der UN vereinbart wurde.

Putin und Erdogan verbinden viele schwierige Themen

Die Türkei und Russland haben in einigen Bereichen gemeinsame Interessen, allerdings ist die Türkei Mitglied des Nato-Bündnisses. Erdogan hatte im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine mehrfach die Rolle eines Vermittlers eingenommen - unter anderem bei den Ende Juli unterzeichneten Abkommen über Getreide-Exporte.

Vor den Gesprächen in der russischen Küstenstadt Sotschi lobte Putin die aus Russland über die Türkei verlaufende Pipeline Turkstream. Die sei nicht nur eine der wichtigsten Versorgungsadern Europas, sondern funktioniere "im Gegensatz zu anderen Richtungen unserer Kohlenstofflieferungen störungsfrei, dynamisch und ohne Ausfälle", sagte der Kremlchef mit Blick auf die seit Juni zurückgefahrenen Gasliefermengen bei der Pipeline Nord Stream 1.

Auch Syrien auf der Tagesordnung

Erdogan sagte, man werde auch über die Situation in Syrien sprechen. Die Türkei kündigt seit Wochen eine neue Offensive im Norden des Landes an. Russland ebenso wie der Iran - beide Akteure im syrischen Bürgerkrieg - hatten der Türkei bisher von einem solchen Schritt abgeraten. Die Türkei hält bereits Gebiete in Nordsyrien besetzt und begründet eine erneute Offensive mit "terroristischer Bedrohung" von Seiten der syrischen Kurdenmiliz YPG, die Ankara als Terrororganisation ansieht. (dpa/fab)

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Teaserbild: © dpa / Uncredited/Turkish Presidency Pool/AP/dpa