• Die Bundesregierung ruft alle Deutschen dazu auf, die Ukraine zu verlassen.
  • Eine militärische Auseinandersetzung sei jederzeit möglich.
  • Die Lufthansa setzt zudem ihre Flüge aus

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Angesichts der weiteren Zuspitzung der Ukraine-Krise ruft die Bundesregierung nun alle Deutschen "dringend" dazu auf, die Ukraine sofort zu verlassen.

"Eine militärische Auseinandersetzung ist jederzeit möglich", schrieb das Auswärtige Amt am Samstag in seinen Sicherheitshinweisen für das Land im Internet. Bisher hatte das Ministerium nur diejenigen Deutschen zur "kurzfristigen" Ausreise aufgefordert, deren Anwesenheit nicht "zwingend erforderlich" sei.

Lufthansa setzt Flüge nach Kiew aus

Die Lufthansa setzt von kommenden Montag an die Flüge von und nach Kiew sowie in die ukrainische Schwarzmeerstadt Odessa aus. "Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine werden die Airlines der Lufthansa Group ihre regulären Flüge nach Kiew (KBP) und Odessa (ODS) vorerst bis Ende Februar aussetzen", teilte das Unternehmen am Samstag auf Anfrage mit. Mit Blick auf die drohende Eskalation im Ukraine-Konflikt hieß es weiter, Lufthansa beobachte die Situation "ständig und wird zu einem späteren Zeitpunkt über weitere Flüge entscheiden".

"Die Sicherheit unserer Fluggäste und Besatzungsmitglieder hat zu jeder Zeit oberste Priorität", sagte ein Unternehmenssprecher. An diesem Samstag sowie Sonntag (19.02. und 20.02.) würden noch einzelne Flüge durchgeführt, um gebuchten Passagieren eine Reisemöglichkeit anzubieten. Betroffene Gäste werden laut dem Sprecher informiert und auf alternative Flugverbindungen umgebucht.

Die Flüge nach Lviv in der Westukraine finden laut Lufthansa weiterhin regulär statt. "Lufthansa verfolgt die Lage weiterhin intensiv und steht mit nationalen und internationalen Behörden im engen Austausch", sagte der Sprecher weiter.

Der Westen äußert angesichts des russischen Truppenaufmarschs im Grenzgebiet zur Ukraine die Befürchtung, dass die Verlegung Zehntausender Soldaten der Vorbereitung eines Krieges dienen könnte. Russland weist das zurück. Zudem nahmen in den vergangenen Tagen die Spannungen im Konfliktgebiet in der Ostukraine deutlich zu.

Scholz warnt: "In Europa droht wieder Krieg"

Angesichts der besorgniserregenden Nachrichten aus der Ostukraine hatte Bundeskanzler Olaf Scholz im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz Russland eindringlich vor einem Angriff gewarnt und zu Verhandlungen aufgerufen. "In Europa droht wieder ein Krieg", sagte der SPD-Politiker am Samstag. Der Anspruch müsse nun sein: "So viel Diplomatie wie möglich, ohne naiv zu sein."

US-Vizepräsidentin Kamala Harris äußerte sich kurz darauf allerdings pessimistisch. "Russland behauptet weiterhin, bereit für Gespräche zu sein, schränkt aber gleichzeitig die Möglichkeiten der Diplomatie ein", sagte sie. Das Handeln passe einfach nicht zu den Worten.

US-Präsident Joe Biden hatte zuvor in Washington gesagt, dass er einen baldigen Angriff auf die Ukraine - auch auf deren Hauptstadt Kiew - erwarte. "Wir haben Gründe zu glauben, dass das russische Militär plant und vorhat, die Ukraine in der kommenden Woche, in den kommenden Tagen, anzugreifen."

Konflikt in der Ukraine spitzt sich weiter zu

Scholz ging in seiner Rede in München nicht auf die Äußerung ein und wurde in der anschließenden Diskussion auch nicht danach gefragt. Er betonte aber, dass Russland weiter genug Soldaten für einen Angriff an der Grenze zur Ukraine konzentriert habe.

Für Besorgnis sorgte am Samstag vor allem die Zuspitzung des Konflikts in der Ostukraine, wo sich bereits seit 2014 die Regierungsarmee und die von Russland unterstützten Separatisten gegenüberstehen. Im Westen wird befürchtet, dass Kremlchef Wladimir Putin die dortigen Kämpfe als einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine nutzen könnte, indem er behauptet, dass er die prorussische Bevölkerung in der Ostukraine schützen müsse.

Teaserbild: © imago images/ZUMA Press/Russian Defence Ministry via www.imago-images.de