• In der Debatte um eine Nachfolge für das 9-Euro-Ticket machen Grünen-Politiker zwei Vorschläge: ein Regionalticket für 29 Euro und ein bundesweit gültiges Ticket für 49 Euro im Monat.
  • Das geht aus einem Konzeptpapier der Partei hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.
  • Doch ein solches Ticket könnte es nur mithilfe jährlicher Zuschüsse geben.

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Noch diesen Monat gibt es das 9-Euro-Ticket. Aber wie geht es danach weiter? Grünen-Politiker schlagen ein Regionalticket für 29 Euro und ein bundesweit gültiges Ticket für 49 Euro im Monat vor. Das geht aus einem Konzeptpapier von Parteichefin Ricarda Lang, Fraktionschefin Katharina Dröge und dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Krischer hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das zuerst das ARD-Hauptstadtstudio berichtete.

Finanzierung der Tickets ist Streitpunkt der Ampel

"Es ist an der Zeit, jetzt ernsthaft über eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket zu verhandeln", sagte Dröge der dpa. Die beiden vorgeschlagenen Tarife könnten dem Klima helfen und zugleich Menschen entlasten. "Mit dem Abbau des Dienstwagenprivilegs legen wir zudem eine überzeugende Finanzierungsmöglichkeit vor", sagte Dröge.

Das Regionalticket für 29 Euro soll sich vor allem an Pendler wenden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Es soll "mindestens landesweit, aber auch für Regionen wie Berlin-Brandenburg oder Bremen-Hamburg-Niedersachsen" gelten. Zusätzlich soll es laut Papier ein "49-Euro-Ticket für ganz Deutschland" geben, das ähnlich einfach funktioniert wie das aktuelle 9-Euro-Ticket.

Zur Finanzierung wollen die Grünen das Dienstwagenprivileg beschneiden, mit dem Unternehmen Kosten für Firmenwagen steuerlich absetzen können. Vor allem der CO2-Ausstoß soll dabei stärker berücksichtigt werden. "Die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Bund und Länder könnten nahtlos in die Finanzierung der günstigen Tickets fließen", heißt es in dem Papier. Man sei aber auch zu Gesprächen über andere Finanzierungswege bereit.

Die Verkehrsunternehmen rechnen mit deutlichem Subventionsbedarf: Selbst ein Ticket für 69 Euro würde nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen jährliche Mehrkosten von zwei Milliarden Euro bedeuten.

Großteil der Deutschen wünscht sich Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket

In Umfragen hätten sich "80 Prozent der Befragten für eine Fortsetzung" ausgesprochen, zitiert tagesschau.de Parteivorsitzende Ricarda Lang. Dass eine große Mehrheit der Bevölkerung sich für eine Weiterführung ausspricht, zeigte auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Ipsos, in der sich 85 Prozent der Befragten entsprechend äußerten. "Dabei sprachen sich 43 Prozent für eine Fortführung des 9-Euro-Tickets in seiner jetzigen Form aus", hieß es. Rund 27 Prozent wären hingegen auch mit einem etwas teureren Ticket zufrieden, das den Staat weniger koste. (sbi/dpa)

Verwendete Quellen:

  • dpa: "Grüne schlagen bundesweites 49-Euro-Ticket vor"
  • tagesschau.de: "9-Euro-Ticket: Grüne schlagen zwei Nachfolgetickets vor"
Das 9-Euro-Ticket wird nur noch im August zu kaufen sein.

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Der August hält einige Änderungen bereit. Die Energiekosten und vor allem die Gaspreise steigen weiter. Das 9-Euro-Ticket läuft noch diesen Monat und die Masern-Impfpflicht unter anderem für Kitas und Schulen greift nun. (Bildquelle: picture alliance / SVEN SIMON/Frank Hoermann)