Nach der gezielten Tötung eines militanten Palästinenserführers im Gazastreifen haben die Raketenangriffe auf Israel am Samstagmorgen angedauert.

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In mehreren Städten im Süden des Landes waren Sirenen zu hören, wie das Militär mitteilte. Insgesamt wurden einem Sprecher zufolge seit Freitag mehr als 190 Raketen auf Israel gefeuert. Sie gingen demnach auf offenem Gelände nieder oder wurden vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Rund 36 Raketen seien innerhalb des Gazastreifens gelandet. Warnsirenen waren am Abend auch in mehreren Vororten Tel Avivs zu hören.

Israels Streitkräfte hatten am Freitagabend den Militärchef der extremistischen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ) im Gazastreifen, Taisir al-Dschabari, getötet. Der hochrangige Kommandeur war dem Militär zufolge verantwortlich für zahlreiche Angriffe aus dem Gazastreifen. Militante Palästinenser reagierten mit Raketenbeschuss. Der Islamische Dschihad wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Die großangelegte Militäroperation Israels dauerte am Samstag an. Im Westjordanland gab es in der Nacht bei Anti-Terror-Razzien 20 Festnahmen, davon standen 19 in Verbindung mit dem Islamischen Dschihad, wie das Militär mitteilte. Im Gazastreifen wurden zudem neben Militärposten zwei Waffenproduktionsstätten sowie sechs Raketenabschussanlagen angegriffen. Nach palästinensischen Angaben starben seit Freitag mindestens elf Menschen, darunter neben Al-Dschabari ein fünfjähriges Kind und weitere PIJ-Mitglieder. Mehr als 80 Menschen seien verletzt worden.

2019 hatte Israel bereits den Vorgänger von Al-Dschabari, Baha Abu al-Ata, gezielt getötet. Darauf folgten damals massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mit Hilfe von Unterhändlern Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden. (dpa)  © dpa

Teaserbild: © dpa / Fatima Shbair/AP/dpa