Wie Roboter und Avatare behinderten Menschen die Einsamkeit nehmen können hat Familienministerin Lisa Paus bei einem Besuch im Hightechland Japan erlebt. Im "Avatar Robot Café DAWN ver.β" in Tokio wurde Paus am Freitag von mechanischen Kellnerinnen und Kellnern bedient, die von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen aus der Ferne gesteuert werden.

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"Das ist ein sehr inspirierendes Konzept", erklärte Paus der Deutschen Presse-Agentur bei ihrem Besuch in dem Café. Es gehe hier nicht darum, wie Menschen durch Technik ersetzt werden können. Im Gegenteil: "Hier ist der Inklusionsgedanke der Ursprung dieser tollen Idee." Die Technik ermögliche es, "Inklusion ganz anders zu denken".

Bedient wurde Paus von einem Roboter namens OriHime mit Frauenstimme. "Nennen Sie mir bitte ihren Getränkewunsch", bat er die Ministerin. Die Stimme des Roboters gehört Saeko Murai, die unter einer somatischen Belastungsstörung leidet und ihr Haus nicht verlassen kann. Die Ministerin bediente sie dennoch - ferngesteuert als Avatar. Wie die anderen Pilotinnen und Piloten in dem Cafe ist sie als Foto auf einem Tablet-Computer am Roboter zu sehen.

Murai ist eine von etwa 70 bis 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des innovativen Projekts, die die Avatar-Roboter von zu Hause oder auch aus Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen heraus mit Hilfe von Augen-, Maus- oder Smartphone-Eingabe steuern. Der Erfinder des Konzepts Ory Yoshifuji will so Menschen mit Einschränkungen die Teilhabe am sozialen Leben und in der Arbeitswelt ermöglichen. "Wir haben etwa 800 Bewerbungen", erklärte er der Ministerin aus dem fernen Deutschland.

Sie könne sich das durchaus auch in Deutschland vorstellen, sagte Paus. Die in dem Cafe eingesetzte Technik sei nicht standortgebunden. Die Roboter könnten auch von Deutschland aus gesteuert werden, schlug denn auch Yoshifuji vor.  © dpa

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