• Bei den Olympischen Spielen 1972 in München töteten palästinensische Terroristen elf israelische Sportler und einen Polizisten.
  • Die Gedenkfeier zum 50. Jahrestag am Montag wollten die Hinterbliebenen bisher boykottieren.
  • Nun könnte der Streit um eine Entschädigung beigelegt werden.

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Im Streit über Entschädigungen für das Olympia-Attentat 1972 steuern die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und Angehörigen der israelischen Opfer offenbar auf eine Einigung zu. Im Raum steht ein deutsches Angebot, den Hinterbliebenen ungefähr 28 Millionen Euro zu zahlen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Verhandlungskreisen erfuhr. Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung" und der "Stern" darüber berichtet.

Laut "Stern" sollen mehr als 20 Millionen Euro der Summe aus Bundesmitteln kommen und der Rest von Bayern und der Stadt München. Die Bundesregierung hatte ein neues Angebot schon Ende Juli in Aussicht gestellt.

Hinterbliebene könnten zur Trauerfeier nach Deutschland kommen

Zuvor hatte die Witwe des bei dem Attentat getöteten israelischen Fechttrainers André Spitzer, Ankie Spitzer, die Hoffnung auf einen positiven Ausgang geäußert. Die Verhandlungen seien noch im Gange, sagte Spitzer der dpa. Im Fall einer Einigung sei eine Teilnahme der Hinterbliebenen an der Gedenkfeier in München am 5. September noch möglich. An diesem Tag - dem 50. Jahrestag des Attentats - soll den Ermordeten in München gedacht werden.

Zwölf Tote und ein katastrophal verlaufener Polizeieinsatz

Olympia 1972 in München
Ein vermummter Terrorist 1972 im Olympischen Dorf.

Doch Opferfamilien hatten bisher zum Boykott der Veranstaltung aufgerufen. Sie halten den Umgang mit dem Attentat für ebenso unzureichend wie die bisher gezahlte Entschädigung. Stattdessen wollen sie an einem offiziellen Gedenken am 21. September in Israel teilnehmen - dem 50. Jahrestag des Attentats nach dem hebräischen Kalender.

Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen bei den Olympischen Spielen in München die israelische Mannschaft überfallen. Nach rund 18 Stunden endete der Terrorakt mit einem Blutbad auf dem Flugplatz in Fürstenfeldbruck. Elf Mitglieder des Teams und ein Polizist wurden getötet.

Die Sicherheitsvorkehrungen galten als mangelhaft, ein Befreiungsversuch der deutschen Einsatzkräfte endete katastrophal. Um eine angemessene Entschädigung für die Hinterbliebenen der Opfer des Attentats wird seit Jahrzehnten gerungen. Sie fordern auch eine Entschuldigung.

Witwe beharrt auf Minimum

1972 und 2002 hatte Deutschland rund 4,6 Millionen Euro als humanitäre Geste für die Betroffenen gezahlt. Hinzu kamen rund eine halbe Million Euro des Nationalen Olympischen Komitees und Spenden des Deutschen Roten Kreuzes. 1994 forderten Opferfamilien vor Gericht 40 Millionen Mark (rund 20,45 Millionen Euro) Schadenersatz und begründeten dies mit massiven Fehlern während des Polizeieinsatzes. Die Klage scheiterte wegen Verjährung.

Die Witwe Ankie Spitzer betonte, entgegen Medienberichten hätten die Opferfamilien ihre Forderung nicht reduziert. Sie hätten ein ganz klares Minimum genannt. "Wenn nicht, dann gibt es eben keine Einigung", sagte Spitzer. Eine konkrete Summe wollte sie aber nicht nennen.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, kommentierte die möglicherweise bevorstehende Einigung: "Ich hoffe, dass das nun wirklich zusammenkommt und man das durch deutsches Knausern nicht am Ende noch verstolpert", schrieb er auf Twitter. (dpa/fab)  © dpa

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