• Viele Menschen sorgen sich vor steigenden Energiekosten und einer Versorgungskrise im Winter.
  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einem Besuch in Tschechien vorsichtige Entwarnung gegeben.
  • In der Versorgung mit Gas habe Deutschland schon Fortschritte gemacht. Jetzt gehe es darum, die Preise zu drücken, sagte Scholz.

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Bundeskanzler Olaf Scholz sieht Deutschland trotz der stark gedrosselten Gaslieferungen aus Russland für den Winter gerüstet. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Petr Fiala verwies der SPD-Politiker am Montag in Prag auf Vorbereitungen wie die Speicherung von Gas oder den Bau von LNG-Terminals an der Küste. Man könne daher sagen, dass wir "sicher in diesem Winter besser zurechtkommen werden als einige uns vor einiger Zeit vorhergesagt haben".

Scholz hofft auf "gemeinsame Beschlüsse" der EU

Scholz machte deutlich, dass nun auch die explosionsartig gestiegenen Preise wieder nach unten gedrückt werden müssten. "Jetzt, wo wir so viele Fortschritte bei der Versorgung mit zum Beispiel Gas und den notwendigen Importen von Kohle und Öl gemacht haben, geht es eben auch darum, dafür zu sorgen, dass die Preise nicht da bleiben, wo sie sind."

Die Preise, die gegenwärtig etwa für Strom aufgerufen würden, ließen sich nicht durch die Herstellungskosten rechtfertigen, sagte Scholz. "Und deshalb ist es notwendig, dass wir strukturelle Veränderungen vornehmen, die dazu beitragen, dass die Preise zügig wieder sinken und ein ausreichendes Angebot vorhanden ist."

Dies scheine ihm sehr einvernehmlich unter der Staats- und Regierungschefs in Europa zu sein, sodass man zu gemeinsamen Beschlüssen kommen werde. Konkreter wurde der Kanzler allerdings nicht.

Die neuen LNG-Gasterminals werden laut Scholz nicht nur der Energieversorgung in Deutschland zugutekommen, sondern auch seinen europäischen Nachbarn wie Tschechien helfen. "Es war von vornherein der Plan, das so zu machen: Deshalb haben wir auch alle Kraft reingesteckt, dass es schnell geht."

Robert Habeck rechnet mit sinkenden Preisen

Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rechnet angesichts der bereits recht gut gefüllten Gasspeicher mit wieder sinkenden Preisen. "Wir sind bei den Speicherbefüllungen besser vorangekommen, als das Gesetz es vorschreibt, wir sind heute bei knapp 83 Prozent", sagte Habeck am Montag beim energiepolitischen Spitzendialog des Norddeutschen Reallabors in Hamburg.

Bereits Anfang September werde der eigentlich erst für Anfang Oktober vorgeschriebene Wert von 85 Prozent erreicht. Das führe dazu, "dass wir nicht mehr für jeden Preis einkaufen werden. Dadurch werden sich die Märkte beruhigen und runtergehen", sagte Habeck. (dpa/fab)

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