Nach dem Gewaltexzess im Gaza-Streifen haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gemeldet. Mehr als 60 Tote sind zu beklagen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt über die Eskalation der Gewalt in Gaza geäußert. Europas Mächtige ließen den Draht in Netanjahus Büro am Tag nach der großen Gewalt glühen. Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron meldete sich und zeigte sich sehr besorgt.

Deutschland habe Verständnis für die Sicherheitsbelange Israels, machte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in einem Telefonat mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutlich.

Merkel geißelt Anwendung von Gewalt

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung dürfe nicht missbraucht werden, um Unruhen zu provozieren. Gewalt dürfe kein Mittel sein, um politische Ziele durchzusetzen.

Das habe Macron dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat mitgeteilt, hieß es am Dienstag aus Élyséekreisen in Paris.

Es muss möglich sein, friedlich zu demonstrieren

Macron verurteilte demnach auch die Gewalttätigkeiten und mahnte einen Schutz der Zivilbevölkerung an. Macron erwähnte in diesem Zusammenhang auch das Recht, friedlich zu demonstrieren.

Macron hatte in Telefonaten mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und dem jordanischen König Abdullah bereits am Montag "die Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten" verurteilt.

Mehr als 60 Tote

Bei Auseinandersetzungen an der Grenze des Gazastreifens zu Israel waren am Montag 60 Menschen getötet und mehr als 2700 verletzt worden.

Nach Angaben der israelischen Armee waren rund 40.000 Palästinenser an den Grenzzaun zu Israel gekommen.

Soldaten schießen in "Notwehr"

Gewalttätige Demonstranten hätten explosive Gegenstände und Brandbomben auf Soldaten und den Sicherheitszaun geworfen. Soldaten hätten entsprechend reagiert und auch geschossen.

Ein Auslöser für die teils gewaltsamen Proteste war die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem.  © dpa