BND und Verfassungsschutz in Personalnot: Bei den deutschen Geheimdiensten sind fast 2.000 Stellen nicht besetzt.

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Die deutschen Geheimdienste haben Probleme mit der Besetzung offener Stellen. Beim Bundesnachrichtendienst (BND) waren Ende August fast 970 Planstellen unbesetzt, wie der "Spiegel" unter Berufung auf interne Unterlagen des Bundesrechnungshofs berichtet.

Ein Grund sei, dass weniger Mitarbeiter als erwartet bereit gewesen seien, vom bisherigen Standort Pullach bei München in die neue Zentrale des Auslandsgeheimdienstes in Berlin-Mitte umzuziehen.

Koalition will weitere Stellen schaffen

Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sind dem Bericht zufolge aktuell mehr als 1.000 Planstellen nicht besetzt. Insbesondere fehle es an Interessenten mit Fremdsprachenkenntnissen und Bewerbern aus den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Die Behörde wolle daher externe Headhunter zur Rekrutierung neuer Agenten engagieren.

Der BND hatte erst im November eine neue Homepage im Internet freigeschaltet, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Er hat weltweit mehr als 6.000 Mitarbeiter.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte nach dem jüngsten Verfassungsschutzbericht 2017 rund 3.100 Mitarbeiter. Die große Koalition hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern insgesamt 15.000 neue Stellen bekommen sollen.  © dpa

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