Die Mieten schnellen in vielen Städten nach wie vor in die Höhe. Durch Sanierungen oder einen Umzug ist Wohnen richtig teuer geworden. Die Mietpreisbremse hat in der Vergangenheit nur wenig geholfen. Das soll sich jetzt ändern.

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Die Suche nach einer neuen Wohnung kann schnell zum Albtraum werden. Dreizehn, vierzehn Euro pro Quadratmeter, Dutzende Bewerber, entnervende Massenbesichtigungen. Für viele eine Tortur.

Wer eine günstige Wohnung hat, muss fürchten, "heraussaniert" zu werden. Ein neuer Aufzug oder eine neue Heizung: Das kann die Miete kräftig nach oben treiben.

Wo Bremse gilt, legen Bundesländer fest

Mit der sogenannten Mietpreisbremse wollte die Koalition gegensteuern. Erfolg: Nicht wirklich. Die SPD pocht daher schon länger auf schärfere Regeln. Den passenden Gesetzentwurf hat Justizministerin Katarina Barley (SPD) nun vorgelegt. Und schon jetzt ist klar, dass es darum Zoff geben wird.

Die Mietpreisbremse in Kurzform: Sie legt grundsätzlich fest, dass bei der Wiedervermietung von Wohnungen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die Miete höchstens auf die ortsüblichen Vergleichsmiete plus zehn Prozent angehoben werden darf.

Es gibt aber Ausnahmen, nämlich wenn die Vormiete schon höher lag oder wenn modernisiert oder ganz neu gebaut wurde. Wo die Bremse gilt, legen die Bundesländer fest.

Ein Problem dabei war allerdings, dass neue Mieter meist nicht wussten, was ihre Vorgänger bezahlt haben. Die SPD forderte deshalb schon vor der Bundestagswahl mehr Transparenz.

In den Koalitionsverhandlungen setzten sie das und weitere Verschärfungen durch.

Die wichtigsten geplanten Neuerungen

Transparenz

Verlangt ein Vermieter mehr als die ortsübliche Miete plus zehn Prozent, dann muss er den Mieter vor Vertragsabschluss schriftlich darüber informieren, warum er das ausnahmsweise darf - das zielt vor allem darauf, dass er die Vormiete offenlegen muss.

Modernisierungskosten

Bisher durften Vermieter elf Prozent der Kosten auf die Mieter umlegen, künftig nur noch acht Prozent.

Kappungsgrenze

Die Miete darf nach einer Modernisierung innerhalb von sechs Jahren um höchstens drei Euro pro Quadratmeter steigen.

Schadenersatz

Wenn Immobilienbesitzer eine Modernisierung ankündigen oder durchführen mit der Absicht, den Mieter loszuwerden - man spricht auch von "herausmodernisieren" - dann hat der Mieter künftig Anspruch auf Schadenersatz.

Auch im Justizministerium weiß man, dass diese Absicht nicht ganz einfach nachweisbar ist.

Strafe

So eine Modernisierung oder ihre Ankündigung "in missbräuchlicher Weise" zählt künftig als Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis 100.000 Euro geahndet werden.

Änderung mit viel Diskussionspotenzial

Der Gesetzentwurf, der in diesem Stadium noch Referentenentwurf genannt wird, wird nun zwischen den Bundesministerien abgestimmt. Dabei dürfte es noch die eine oder andere Änderung geben, denn an einigen Stellen hat Barley den Koalitionsvertrag im Sinne der SPD ausgelegt.

Ihr Entwurf gehe "weit" über die Vereinbarte hinaus, kritisierte der Rechtsexperte der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU). "Die Ministerin prescht also unabgestimmt vor."

Unter anderem kritisiert die Union, die geplante Auskunftspflicht für Vermieter, die sie für zu umfassend hält. Auch, dass Barley die Modernisierungsumlage deutschlandweit von elf auf acht Prozent senken will, nicht nur in Mietpreisbremsen-Gebieten, hält Luczak für falsch.

Einen Vorstoß für eine Neuregelung der Berechnung von Wohnflächen, der ebenfalls im Entwurf steht, lehnt die Union ebenfalls ab.

Bei der Strafandrohung fürs "Herausmodernisieren" schieße Barley "völlig über das Ziel hinaus" und riskiere, dass Vermieter gar nicht mehr modernisierten.

Mieterbund gehen Pläne nicht weit genug

Die FDP kritisiert, dass Auskunftspflichten und Strafandrohungen abschreckend auf Investoren wirkten. "Das macht die Mietpreisbremse zu einer Wohnraumbremse", kritisierte der baupolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Daniel Föst.

Chris Kühn von den Grünen warf Barley vor, an einzelnen Prozenten zu schrauben und auf "rein kosmetische" Maßnahmen zu setzen - es gebe noch zu viele Schlupflöcher. Das sieht auch die Linke so, ihre Vize-Fraktionsvorsitzende Caren Lay forderte zusätzlich einen Mietendeckel.

Die Immobilienbranche ist auch nicht einverstanden. Gegen steigende Mietpreise helfe nur, mehr zu bauen, daher seien viele der Maßnahmen "Augenwischerei", teilte der Dachverband ZIA mit.

Der Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW sprach von einem "Herumdoktern an den Krankheitssymptomen am Wohnungsmarkt", stattdessen müssten die Rahmenbedingungen fürs Bauen verbessert werden.

Dem Mieterbund dagegen gehen die Pläne nicht weit genug - sie seien aber ein "kleiner Schritt in die richtige Richtung". (ff/dpa)

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