Marine Le hat das grausame Hinrichtungsfoto mit James Foley auf Twitter wieder gelöscht. Die Vorsitzende des Front National hatte mehrere abstoßende Bilder von Opfern des "Islamischen Staats" (IS) gepostet. Foleys Familie hatte mit Entsetzen reagiert.

"Wir sind zutiefst schockiert über den Missbrauch des Fotos zum politischen Nutzen von Le Pen und hoffen, dass das Foto unseres Sohnes sowie zwei weitere explizite Bilder umgehend zurückgezogen werden", hatte die Familie des US-Journalisten James Foley erklärt.

Le Pen: "Wusste nicht, dass es James Foley war"

Marine Le Pen war dieser Aufforderung nachgekommen und hatte den entsprechenden Tweet gelöscht.

Bilder des wie ein Guantánamo-Häftling ganz in Orange gekleideten Gefangenen schockten damals vor allem den Westen.

Auf einmal war klar, dass der IS nicht nur den Irak und Syrien zerstört, sondern auch Europa und die USA bedroht. Le Pen spielt gezielt mit diesen Ängsten.

"Ich wusste nicht, dass es ein Foto von James Foley war", rechtfertigte sich die Vorsitzende des Front National gegenüber AFP. Das Foto sei für jeden über Google zugänglich. "Ich habe heute morgen erfahren, dass seine Familie von mir verlangt, es zu löschen."

Das Bild hatte den blutverschmierten Leichnam Foleys gezeigt, auf dem der abgetrennte Kopf des Journalisten gelegt worden war. Foley war im vergangenen Jahr vom dem IS-Terroristen "Dschihadi John" vor laufender Kamera enthauptet worden.

Marine Le Pen hatte neben diesem Foto noch zwei weitere Bilder getwittert, auf denen Hinrichtungsopfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" zu sehen sind. Eines zeigte einen in Brand gesetzten Gefangenen in einem Käfig, ein weiteres einen Mann, der von einem Panzer überfahren wird. Le Pen kommentierte die Bilder mit dem Satz: "DAS ist der IS."

Ermittlungen gegen Le Pen

Die Vorsitzende des Front National hatte mit ihren Kurznachrichten auf die kritische Feststellung des Journalisten Jean-Jacques Bourdin reagiert. Dieser hatte in einem Interview Parallelen zwischen dem Front und dem IS gezogen.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls bezeichnete Marine Le Pen als "Brandstifterin der öffentlichen Debatte" und Innenminister Bernard Cazeneuve bewertete die Fotos als "eine wahrhafte Beleidigung der Opfer des Terrorismus."

Die Staatsanwaltschaft Nanterre hat mittlerweile Ermittlungen gegen Marine Le Pen aufgenommen, nachdem Innenminister Bernard Cazeneuve die Polizei eingeschaltet hatte. Der Vorwurf gegen Le Pen lautet auf "Verbreitung von gewaltverherrlichenden Bildern".