Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will nach den jüngsten Unruhen gegen eine drohende Spaltung des Landes vorgehen. Unmittelbarer Auslöser für die Gewalt war der Tod eines Jugendlichen bei einer Polizeikontrolle.

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"Wir haben tief gehende Antworten auf die Unruhen zu liefern", sagte Macron am Freitag an die Regierung gerichtet. "Wir sehen durch die Krisen gut, dass die Gefahr einer tiefen Fragmentation, einer tiefen Spaltung der Nation besteht." Es brauche Autorität, Respekt und Zuversicht.

Ende Juni war der 17 Jahre alte Nahel bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Paris durch den Schuss eines Polizisten getötet worden. Daraufhin erschütterten schwere Krawalle nächtelang Frankreich. Wiederholt kam es zu Plünderungen, Brandanschlägen und gewaltsamen Konfrontationen zwischen Polizisten und Randalierern.

Inzwischen haben die Unruhen nachgelassen. Französische Versicherer schätzen, dass Schäden in Höhe von etwa 650 Millionen Euro angerichtet wurden. Gegen den Beamten, der den tödlichen Schuss auf den Jugendlichen abgab, wird wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt.

Macron kündigte an, für den Wiederaufbau weiter an der Seite der Bürgermeister zu stehen, deren Rathäuser, Schulen oder Sporthallen beschädigt wurden. Auch an der Seite der Ordnungskräfte stehe man, damit die Ruhe fortdauere. Gleichzeitig wolle man für Kinder und besonders bedürftige Familien da sein.  © dpa

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