Die Linken-Vorsitzenden Martin Schirdewan und Janine Wissler haben sich solidarisch mit den Demonstranten gegen die französische Rentenreform gezeigt. "Jede Anhebung des Rentenalters geht zu Lasten derer, die schwer arbeiten", sagte Schirdewan am Donnerstag in Paris. "Das ist in Frankreich genauso wie in Deutschland." Man wolle ein Zeichen für europäische Solidarität setzen. Wissler sagte: "Der soziale Kahlschlag macht eben nicht vor der Grenze halt, deshalb ist Widerstand nötig." Dies gelte im Parlament und auf der Straße. Wissler und Schirdewan waren nach Paris gereist, um sich am Protest gegen die Rentenreform zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre zu beteiligen.

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In Frankreich gab es am Donnerstag erneut Massenproteste und Streiks gegen die Rentenreform und das Vorgehen der Mitte-Regierung unter Präsident Emmanuel Macron. Die Behörden erwarteten bis zu 800 000 Beteiligte. Die Regierung will mit der Reform eine drohende Lücke in der Rentenkasse schließen. Vor einer Woche verschärfte sich der Streit, weil sie den Text ohne Abstimmung durch die Nationalversammlung drückte. Am Montagabend scheiterten zwei Misstrauensanträge gegen die Regierung. Die Reform ist damit verabschiedet. Sie liegt nun zur Prüfung beim Verfassungsrat.

Derzeit liegt das Renteneintrittsalter in Frankreich bei 62. Tatsächlich beginnt der Ruhestand im Schnitt später: Wer für eine volle Rente nicht lange genug eingezahlt hat, arbeitet länger. Mit 67 gibt es dann unabhängig von der Einzahldauer Rente ohne Abschlag - dies will die Regierung beibehalten, auch wenn die Zahl der nötigen Einzahljahre für eine volle Rente schneller steigen soll. Die monatliche Mindestrente will sie auf etwa 1200 Euro hochsetzen.  © dpa

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