Linke-Chefin Janine Wissler hat sich kritisch zu den Spekulationen um die Gründung einer neuen Partei durch die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht geäußert. Die Linke habe "ein gutes Programm, wir haben wichtige Ziele und das Kokettieren mit neuen Parteien finde ich da nicht hilfreich", sagte Wissler am Samstag am Rande eines außerordentlichen Parteitags der hessischen Linke in Wetzlar. Zugleich machte sie deutlich, sie kenne "keine genauen Pläne" und "keine Bestrebungen dahingehend".

Mehr aktuelle News

Wagenknecht will nicht mehr

Am Vortag war bekannt geworden, dass Wagenknecht nicht mehr für die Linke kandidieren will. Der "Rheinpfalz" sagte sie nach einer Meldung vom Freitag: "Eine erneute Kandidatur für die Linke schließe ich aus." Sie wolle sich nach Ablauf der Legislaturperiode entweder aus der Politik zurückziehen und als Publizistin und Buchautorin arbeiten, "oder es ergibt sich politisch etwas Neues". Dazu sagte Wissler am Samstag: "Das ist ihre Entscheidung. Ich kommentiere das nicht."

Wagenknecht hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend von ihrer Partei und ihrer Fraktion entfremdet. Zuletzt waren es der Ukraine-Krieg und ihre Kritik am "Wirtschaftskrieg" der Bundesregierung gegen Russland, mit der sie in der Partei aneckte. Seit Monaten liebäugelt sie zudem mit der Gründung einer neuen Partei.

Wissler auf Distanz

Wissler hatte sich zuletzt wiederholt von einer kürzlich von Wagenknecht und der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer organisierten "Aufstand für Frieden"-Demonstration distanziert. Die Teilnehmer daran kamen aus verschiedenen politischen Richtungen, nach AfD-Angaben waren auch zahlreiche ihrer Mitglieder vor Ort.

Am Samstag erklärte Wissler dazu: "Grundsätzlich finde ich das richtig und wichtig, dass Menschen auf die Straße gehen, um für Frieden zu demonstrieren, um deutlich zu machen, man ist solidarisch mit der ukrainischen Bevölkerung, und man fordert Friedensverhandlungen, das ist absolut notwendig." Das Eintreten für Frieden und Verhandlungen sei auch "keine Parteinahme für Putin." Immer mehr Menschen stellten sich die Frage, "ob immer mehr und schwerere Waffen diesen Krieg beenden".  © dpa

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.