• Parallel zur Bundestagswahl haben 1,32 Millionen Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag gewählt.
  • Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt nach der zweiten Hochrechnung mit 39,2 Prozent der Stimmen deutlich vorne.
  • FDP und Grüne schaffen wohl knapp den Wiedereinzug in den Landtag.

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Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern klar gewonnen. Die Sozialdemokraten erzieltelaut der zweiten Hochrechnung 39,2 Prozent - und damit ein deutlich besseres Ergebnis als 2016. Damals konnte die Partei 30,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der bisherige Koalitionspartner CDU muss das historisch schlechteste Ergebnis hinnehmen. Die Christdemokraten um ihren Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden Michael Sack nur auf etwa 14 Prozent - nach 19 Prozent bei der Landtagswahl 2016.

Zweitstärkste Kraft im Schweriner Landtag wird die AfD mit 17,3 Prozent - nach 20,8 Prozent bei der Wahl 2016. Die Linke um ihre Spitzenkandidatin Simone Oldenburg konnte den seit 2011 anhaltenden Abwärtstrend nicht stoppen und fährt mit 9,4 Prozent das bislang schlechteste Wahlergebnis im Nordosten ein. Den Wiedereinzug in den Landtag geschafft haben der Hochrechnung zufolge FDP und Grüne. Die Liberalen - seit 2011 nicht mehr im Parlament vertreten - können auf ein Ergebnis von 5,8 Prozent hoffen, die Grünen - seit 2016 nicht mehr im Landtag - können mit 6,1 Prozent rechnen.

Für SPD-Landeschefin und Ministerpräsidentin Schwesig ergeben sich auf Basis dieser Hochrechnungen mehrere Koalitionsmöglichkeiten. Sie könnte mit dem bisherigen Partner CDU weitermachen oder eine im Land schon erprobte Koalition mit den Linken bilden. Auch ein Dreierbündnis mit den Grünen und der FDP ist möglich.

Schwesig hat mehrere Koalitionsoptionen

Am Wahlabend ließ Schwesig ihre Präferenzen offen. "Wir warten jetzt die endgültigen Ergebnisse ab und schauen dann, mit wem man stabile Mehrheiten bilden kann", sagte sie im ZDF. Sie sehe drei Voraussetzungen für eine Regierung: Erstens stabile Mehrheiten, zweitens sozialdemokratische Themen wie eine starke Wirtschaft, gute Arbeit, sozialer Zusammenhalt und Umwelt sowie drittens die Verlässlichkeit des Partners. Am Montagabend werden nach ihren Angaben die Parteigremien zusammenkommen "und dann schauen wir, mit wem wir Gespräche führen werden".

Sie sei "natürlich sehr glücklich mit der SPD hier in Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben unser Wahlziel ganz klar erreicht. Wir sind wieder stärkste Kraft und haben sogar noch richtig zugelegt", sagte die SPD-Politikerin. «Ich bin sehr stolz, Ministerpräsidentin des schönsten Bundeslandes in Deutschland zu sein - und dass ich es jetzt auch bleiben darf.

Trübsal dagegen bei der CDU: Deren Spitzenkandidat und Parteichef Michael Sack sprach von einem katastrophalen Ergebnis, der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor von einem "schweren Tag" für die Union im Nordosten. Sack ließ seine Zukunft an der Parteispitze nach der historischen Niederlage zunächst offen. Der Wahlabend sei nicht der richtige Moment, um über weitere Schritte zu sprechen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich denke, morgen Abend sind wir schon schlauer." Am Montagabend will der CDU-Landesvorstand zusammenkommen.

Sack führt die mit rund 5000 Mitgliedern größte Partei in Mecklenburg-Vorpommern erst seit 2020, nachdem sein Vorgänger Vincent Kokert überraschend auf alle politischen Ämter verzichtet hatte. Sack sagte, er habe noch ein bisschen Hoffnung, dass die Zahlen etwas besser werden.

AfD-Spitzenkandidat Nikolaus Kramer bedauerte, dass seine Partei das Ergebnis von 2016 knapp verfehlt hat. Er zeigte sich dennoch zufrieden: "Wir sind stärkste Oppositionskraft geblieben und somit auch die einzige Opposition im Landtag." (dpa/mko)

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