Allem Anschein nach mobilisiert Russland seine Truppen. Nach ukrainischen Angaben sind rund 4.000 russische Soldaten an der Grenze zusammengezogen worden. Das berichten unter anderem N24 und "Focus Online".

"Nach unseren Informationen wurden fast alle russischen Militäreinheiten, die im Norden der besetzten Krim stationiert waren, mit ihrer kompletten Ausrüstung und Munition an der administrativen Grenze zusammengezogen", zitiert N24 den ukrainischen Armeesprecher Andrej Lyssenko.

Wegen der Eskalation in der Ukraine und der wachsenden ausländischen Militärpräsenz an der Grenze wolle Russland die Krim stärker schützen, schreibt die russische "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Mittwochsausgabe. Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Deshalb habe Russland damit begonnen, eine vollwertige und eigenständige Truppengruppierung auf der Krim aufzubauen, meldet die "Stimme Russlands", der staatliche russische Auslandsrundfunkdienst.

OSZE verdoppelt Zahl der Beobachter

Russland hatte die Schwarzmeerhalbinsel Krim im vergangenen März seinem Staatsgebiet zugerechnet. International wird die Annexion nicht anerkannt.

Derweil wurde bekannt, dass die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Zahl ihrer Beobachter zur Überwachung der Waffenruhe im Ukraine-Konflikt verdoppeln wird. In den nächsten zwei Monaten werde die durch das Mandat erlaubte Höchstzahl von 500 Beobachtern erreicht, sagte der Chef der Beobachtermission, Ertugrul Apakan, am Donnerstag in Wien. "Wir müssen unsere Kapazitäten den Aufgaben angleichen", sagte der Diplomat. Aktuell seien rund 250 Beobachter im Einsatz. Gerade in den jüngsten Tagen sei die Waffenruhe sehr brüchig gewesen.

Die Beobachter sollen laut Apakan vor allem in der an der Grenze zu Russland gelegenen Region Lugansk patrouillieren. Mit der Unterstützung durch Überwachungs-Drohnen werde Ende Oktober gerechnet. Wie viele Drohnen zum Einsatz kommen würden, sei noch unklar. (ank/dpa)