(vws/ah) - Sex-Skandale, Staatsschulden und dann auch noch sein "Scheißland" Italien: Silvio Berlusconi hat sich in den letzten Monaten nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das hat der italienische Regierungschef nun (immerhin) auch selbst erkannt. Den Ausweg aus der Krise sieht er jedoch nicht in umfangreichen Reformen, seriösem Auftreten oder gar verantwortungsvoller Politik.

Um sich mit seinen Wählern wieder gut zu stellen, kennt er andere Mittel: Er will seiner Partei einen neuen Namen verpassen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der Grund: "Die Leute tragen den bisherigen Namen nicht mehr im Herzen." Für Berlusconi steht daher fest: Das "Volk der Freiheit" (so der bisherige Name der Partei) muss weg! Und entscheidungsfreudig, wie der italienische Regierungschef nun einmal ist, hat er auch schon einen neuen Titel parat.

Er selbst könne sich "Vorwärts Muschi!" sehr gut vorstellen, verkündete Berlusconi vor dem Parlament. Zur Not sei aber auch "Auf in den Kampf, Muschi!" denkbar. Über diesen schlechten Scherz konnten jedoch nicht alle Politiker lachen. Eine Abgeordnete der betreffenden Partei kritisierte den Vorschlag nach Informationen von AFP als "unangemessen und nicht lustig."

Immerhin verzichtet Berlusconi bei der Neubenennung auf einen Alleingang: Der Name der Partei soll per Umfrage und Wählerbefragung gefunden werden. Bleibt nur zu hoffen, dass "Vorwärts Muschi!" dabei durchfällt.

Eines steht jedenfalls fest: Ein "Volk der Freiheit" ist die italienische Bevölkerung unter Berlusconi schon lange nicht mehr.