Boris Johnsons größte Ausrutscher

Großbritanniens neuer Premierminister Boris Johnson hat die Ablehnung politischer Regeln zu seinem Konzept gemacht - und es trotz unzähliger Skandale, Brexit und Affären bis ganz nach oben geschafft. © spot on news

Boris Johnson tritt gerne als lustiger, etwas tollpatschiger Kumpeltyp auf. Seine stämmige Statur, seine blonde Wuschelfrisur und das Dauergrinsen gehören zu seinen Markenzeichen. Nach seinem Abschluss in Oxford wollte er Journalist werden, aber weil er ein Zitat fälschte, entließ ihn sein erster Arbeitgeber, die renommierte "Times".
Um olympisches Gold für Großbritannien zu feiern, sauste er Anfang August 2012 an einer Seilbahn hängend durch den Londoner Victoria Park - bis er plötzlich mitten in der Luft hängen blieb. Minutenlang passierte nichts, Zuschauer knipsten begeistert Fotos, bis ihn jemand aus seiner misslichen Lage befreite.
Berüchtigt ist Johnson auch für sein loses Mundwerk – nicht einmal die Queen blieb davon verschont: Das 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. im Londoner Nieselregen kommentierte der damalige Bürgermeister von London 2012 mit dem Satz: "Wie Dünkirchen, nur etwas spaßiger." Hätte die Queen das mitbekommen, sie wäre sicher "not amused“ gewesen.
Im Januar 2015 nannte Johnson die Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat“ sexuell frustriert. Die IS-Terroristen seien "schlimme Onanisten", die süchtig nach Porno-Filmen seien, soll er britischen Medien zufolge gesagt haben.
Im Juni 2015 geriet der passionierte Radfahrer Johnson mit einem Taxifahrer aneinander. Der war mächtig sauer auf den Bürgermeister, weil der seiner Meinung nach den Taxiunternehmern im Wettbewerb mit Uber nicht hilft. Der Fahrer machte eine obszöne Handbewegung und sagte: "Du bist einer von ihnen." Johnsons Antwort darauf fiel noch unflätiger aus: "Verpiss dich und stirb."
Bei einem Rugbyspiel mit Kindern in Tokio im Oktober 2015 rannte er den zehnjährigen Toki Sekiguchi um. Der gab danach zu, sich "etwas weh getan" zu haben. Johnson entschuldigte sich überschwänglich - und schenkte dem Jungen einen Rugbyball als Erinnerung an das zweifelhafte Vergnügen.
… landete prompt auf dem Hosenboden.
Im Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum setzte Boris Johnson 2016 auf offensichtliche Lügen. Berühmtestes Beispiel: Großbritannien müsste wöchentlich 350 Millionen Pfund an die EU überweisen. Die Zahl wurde als viel zu hoch entlarvt – schaffte es aber trotzdem auf den Wahlkampfbus.
2016 warf er dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama vor, er habe aufgrund seiner "kenianischen Herkunft" eine grundsätzliche Abneigung gegen Großbritannien. Über Hillary Clinton schrieb er 2008 in einem Text für den "Telegraph": "Sie hat gefärbte blonde Haare und Schmolllippen, einen eiskalten, stahlblauen Blick, wie eine sadistische Krankenschwester in einer Irrenanstalt."