Giannis Varoufakis plant ein politisches Comeback. Das gab der ehemalige griechische Finanzminister in einem Interview bekannt.

Das sagte Giannis Varoufakis der italienische Zeitung "L'Espresso" in einem Interview. Demnach plant er seine Rückkehr für den Februar kommenden Jahres. Der Plan klingt einfach: Der griechische Ex-Minister will eine "paneuropäische Bewegung" ins Leben rufen mit einem "einzigen, radikalen Ziel": die EU zu demokratisieren.

Sie soll laut Varoufakis die Energie all jener bündeln, die auf der einen Seite pro-europäisch eingestellt sind und auf der anderen Seite Brüssel und Frankfurt (Sitz der EZB, Anm. d Red.) kritisch gegenüberstehen

Griechenland hat abgestimmt - und fast alles bleibt beim Alten. Alexis Tsipras ist wie schon bei der Wahl im Januar der strahlende Sieger, Syriza steht vor einer erneuten Koalition mit der rechtspopulistischen Anel. Doch etwas ist anders: Gianis Varoufakis jubelt nicht mehr an Tsipras' Seite. Er stichelt vielmehr gegen seinen einstigen Parteifreund.

Der ehemalige griechische Finanzminister wolle beweisen, dass es eine "dritte Alternative" gibt - neben denen, die in den "Kokon der Nationalstaaten" zurückkehren möchten, und solchen, die die autoritäre Politik der antidemokratischen europäischen Institutionen hinnehmen würdem.

Via Twitter bezeichnet Varoufakis seinen Plan ausdrücklich als Bewegung - nicht als Partei. Wie genau er sich die Umsetzung vorstellt, ließ er in dem Interview offen.

Varoufakis: Gabriel der "schlimmster Politiker

Erst vor kurzem machte der Ökonom auf politischer Bühne wieder auf sich aufmerksam. Überraschend hatte Varoufakis eine gewisse innere Nähe zu seinem deutschen Widersacher Wolfgang Schäuble (CDU) bekundet.

Beide hatten sich in der Euro-Schuldenkrise ein hartes Ringen um den Reformkurs geliefert. "Wolfgang wollte mir noch nicht einmal die Hand geben", erzählte der im Juli zurückgetreten Grieche in ein Art Jahresrückblick im Magazin "Stern".

Er habe aber immer Respekt gehabt vor dem deutschen Minister. Sie seien gewesen "wie zwei Boxer, die eine Weile Schläge ausgetauscht haben und sich dann einander näher fühlen als irgendeinem anderen Menschen".

Die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) imponiert ihm: "Vielleicht würde ich als Deutscher Merkel wählen", sagte Varoufakis.

Sigmar Gabriel dagegen sei der "schlimmste Politiker, den ich getroffen habe". Der SPD-Chef habe geäußert, man werde nicht die "überzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung" finanzieren. (far/dpa)