Beim G20-Gipfel in Hamburg treffen sich die Staats- und Regierungschefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die Demo unter der Motto "G20 - Welcome to hell" ist wegen den Krawallen bereits offiziell beendet, weitere Ausschreitungen werden aber befürchtet. Aktuelle News rund um den Gipfel und die Proteste bei uns im Live-Blog.

  • Anmelder beenden G20-Demo
  • Vermummte bewerfen Polizei mit Flaschen
  • G20-Gipfel in Hamburg: Fakten und Hintergründe

Donnerstag, 6. Juli

22:46 Uhr: Weiter Kritik an der Polizei

Die Veranstalter der Anti-G20-Demonstration "Welcome to Hell" haben der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vorgeworfen.

Noch während die Versammlungsleitung Demonstranten aufgefordert habe, ihre Vermummung abzulegen, sei die Polizei bereits massiv gegen Protestierende vorgegangen.

Ein Polizeisprecher betonte: "Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet."

22:26 Uhr: Auch friedliche Demonstrationen

Viele Demonstranten protestierten nach Angaben von Augenzeugen friedlich, etwa auf der Reeperbahn, wo die Polizei von etwa 2.500 Teilnehmern sprach.

Weitere 2.000 Teilnehmer seien von der Hafenstraße zur Reeperbahn gelaufen. Dieser Zug wurde dort nach Angaben der Polizei aufgehalten, weil Vermummte darunter waren.

Auf dem Neuen Pferdemarkt in St. Pauli protestierten nach Schätzungen etwa 1.000 Demonstranten.

22:09 Uhr: Erste Festnahme

Eine Person wurde inzwischen in Gewahrsam genommen. Das schreibt die Polizei Hamburg auf Twitter.

22:07 Uhr: Gibt es lebensgefährlich Verletzte?

Bei der Anti-G20-Demonstration "Welcome to Hell" sind nach Angaben der Veranstalter zahlreiche Teilnehmer verletzt worden.

Dabei habe es auch ernstere Verletzungen durch den Einsatz von Schlagstöcken der Polizei gegeben, sagte der Mitorganisator der Proteste, Andreas Blechschmidt.

Medienberichte über einen angeblich lebensgefährlich Verletzten konnten zunächst weder Blechschmidt noch die Behörden bestätigen.

21:41 Uhr: Neue Attacken auf Polizei

Nach Angaben der Polizei wurden am Neuen Pferdemarkt in St. Pauli Einsatzkräfte und Polizeifahrzeuge attackiert. Zugleich habe sich die Lage auf der Reeperbahn beruhigt.

Dort fänden Kooperationsgespräche über eine neue Kundgebung statt, twitterte die Polizei.

21:25 Uhr: Sechs Beamte verletzt

Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten der Kundgebung "Welcome to Hell" und der Polizei sind am Donnerstag in Hamburg mindestens sechs Beamte verletzt worden.

Sie seien vor allem von Flaschenwürfen getroffen worden, sagte ein Sprecher.

Die Beamten hätten ihren Dienst aber fortsetzen können. Über die Zahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine Angaben.

21:13 Uhr: Lage ist chaotisch

Der sogenannte G20-Ermittlungsausschuss, der in Kontakt mit Aktivisten ist, erklärte ebenfalls, er habe noch keine verlässlichen Angaben zur Zahl der Verletzten. Es habe in jeden Fall Schwerverletzte gegeben, sagte ein Sprecher.

Er schilderte die Lage als relativ chaotisch. Die Polizei habe die Lage nicht unter Kontrolle.

20:57 Uhr: Keine Angabe zu Verletzten

Laut verschiedener Medienberichte hat es bei den Ausschreitungen Verletzte gegeben. Wie die Polizei Hamburg auf Twitter schreibt, liegen ihr derzeit aber noch keine Zahlen vor.

20:50 Uhr: Erste Kritik an Polizei-Einsatz

Mittlerweile wird auch erste Kritik am Polizei-Einsatz laut. So ist auch der mit einer Weste gekennzeichnete parlamentarische Beobachter Norbert Hackbusch von Polizisten massiv angegangen worden.

Jutta Ditfurth und "Linke"-Vertreter erklären, die Gewalt sei zunächst von der Polizei ausgegangen, ehe Gegenstände geworfen wurden.

Demo-Beobachter von Attac bestätigen diese Vorwürfe.

Eine klare objektive Einschätzung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt indes noch nicht möglich.

20:12 Uhr Anmelder erklären Demo für beendet

Die G20-Demo wäre offenbar wegen den Krawallen offiziell beendet. Das schreibt die Polizei auf Twitter. Nur sind immer noch gewaltbereite Vermummte auf der Straße, die sich mit Wurfgeschossen bewaffnen.

20:07 Uhr: Polizei wollte "schwarzen Block" separieren

Die Polizei sagte nach den ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen, man habe versucht, den "schwarzen Block" der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können.

Dies sei nicht gelungen.

Auch der Pressesprecher der Polizei sei angegriffen worden. Er konnte aber in Sicherheit gebracht werden.

Auf Twitter schreibt die Polizei Hamburg, dass die Demos fortgesetzt werden können. Dafür ruft sie die Demonstranten auf: "Bitte distanziert euch von Gewalttätern."

19:55 Uhr: Polizei setzt Wasserwerfer ein

Bei der Demo "Welcome to hell" kommt es nun zu ersten Konfrontationen zwischen der Polizei und Demonstranten. Die Beamten versprüht Pfefferspray und setzt nun auch mehrere Wasserwerfer und Barrikaden-Räumfahrzeuge ein.

Die Polizei Hamburg meldet zudem, mit Latten und Flaschen angegriffen worden zu sein.

19:51 Uhr: Demonstranten attackieren Krankenwagen

Die Polizei sprach von einer aggressiven Stimmung. Sprecher Timo Zill sagte, man werde Vermummungen nicht dulden. Solange diese nicht abgelegt würden, dürfe der Zug nicht weiterziehen.

Einige Demonstranten hätten nach Beobachtungen von Augenzeugen - darunter auch ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur - abseits des Hauptzuges einen Krankenwagen attackiert.

Polizeibeamte hätten diese Demonstranten vertrieben.

19:40 Uhr: Polizei bremst G20-Demo ab

Die Polizei bremst die G20-Demo zwischenzeitlich ab. Es seien zu viele Vermummte unterwegs. Laut "Bild" steht der Demozug seit etwa 30 Minuten.

Die Polizei bezifferte die Zahl der Vermummten auf 1.000. Sie rief alle friedlichen Demonstranten auf, sich von den Vermummten räumlich zu distanzieren.

Nach Angaben der Polizei ist die Gesamtzahl der Demonstranten inzwischen auf 12.000 Teilnehmer gestiegen.

19:25 Uhr: Polizei kontrolliert Handy-Identifikationsnummern von Demonstranten

Am Rand der Anti-G20-Demonstration "Welcome to Hell" in Hamburg hat die Polizei am Donnerstag die Handys von Demonstranten kontrolliert.

Auf Twitter erklärte die Polizei, im Hafen seien mehrere Bus-Passagiere und die IMEI-Nummern ihrer Handys überprüft worden.

Mit dieser Nummer kann jedes Handy eindeutig identifiziert werden. Apps oder persönliche Daten seien nicht ausgelesen worden, betonte die Polizei.

19:05 Uhr: Donald Trump und Wladimir Putin schwänzen wichtige G20-Sitzung

Das lang erwartete Treffen von US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin findet angeblich parallel zu einer Arbeitssitzung des Hamburger G20-Gipfels statt.

Die Begegnung sei für Freitag 16.00 Uhr geplant, meldete die russische Agentur Interfax am Donnerstag. Sie nannte aber keine Quelle.

Das Treffen werde etwa eine Stunde dauern. Dazu müssten sich Trump und Putin aus der zweiten Plenarrunde absetzen, die sich nach dem Willen von Kanzlerin Angela Merkel mit nachhaltiger Entwicklung, Klima- und Energiefragen beschäftigen wird.

Sollte es so kommen, könnte Trump der Diskussion über seine Rolle in der Klimapolitik ausweichen. Er will aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen.

16:45 Uhr: Friedlicher Beginn von "G20 - Welcome to hell"

Die von der Polizei als besonders heikel eingeschätzte Anti-G20-Kundgebung "Welcome to Hell" hat am Donnerstagnachmittag begonnen.

Mehrere hundert Demonstranten sammelten sich am Hamburger Fischmarkt. Die Polizei sprach um 16 Uhr von 400 Demonstranten und einem stetigen Zustrom.

Die Veranstalter sprachen ebenfalls von zunächst mehreren Hundert Teilnehmern. Sie kritisierten, dass bereits zwei Wasserwerfer aufgefahren seien.

Der eigentliche Demonstrationszug durch die Stadt sollte um 19 Uhr beginnen. Erwartet wurden etwa 10.000 Linksautonome. Die Polizei rechnete mit bis zu 8.000 gewaltbereiten Demonstranten.

16:20 Uhr: Wer demonstriert da eigentlich gegen G20?

Am Tag vor dem Beginn des G20-Gipfels macht sich Hamburg auf eine Demonstration gefasst, die nach Einschätzung der Polizei so wenig friedlich werden dürfte, wie ihr Motto klingt.

Unter dem Titel "Welcome to Hell" haben autonome Gruppierungen zum "blockieren, sabotieren, demonstrieren" aufgerufen.

Welche Ziele verfolgen die Linksextremen? Und wer demonstriert da sonst noch?

Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Gruppen und Demo-Veranstalter.

15:45 Uhr: "G20 - Welcome to hell" bereitet Hamburg Sorgen

"Welcome to Hell" ("Willkommen in der Hölle") nennen die Autonomen ihren für Donnerstag geplanten Aufmarsch in Hamburg.

Die Polizei geht davon aus, dass die teils gewaltbereiten Demonstranten ihr Motto in die Tat umsetzen werden und stellt sich auf die heikelste Demonstration rund um den G20-Gipfel ein.

Und die Höllen-Demo ist nicht die einzige Herausforderung dieser Tage. Hier finden Sie ein aktuelles Hintergrundstück zur brisanten G20-Demo.

15:00 Uhr: Wasserwerfer am Hamburger Fischmarkt

In der Nähe des Hamburger Fischmarkt soll die Polizei bereits drei Wasserwerfer und Fahrzeuge für das Abräumen von Barrikaden positioniert haben.

Der Fischmarkt ist Ausgangspunkt der Demonstration "G20 - Welcome to hell".

14:40 Uhr: Auch rechte Demonstranten gegen G20 erwartet

Unter die mehrheitlich linken Demonstranten sollen sich nach Angaben in Internet-Foren sowie auf Twitter auch rechtsgerichtete Gruppierungen wie etwa das "Antikapitalistische Kollektiv" mischen.

"Das AKK bezeichnet sich selbst als ein Bündnis, welches ein Sammelbecken für verschiedenste rechtsextremistische Gruppierungen und Einzelpersonen ist", erklärt der Verfassungsschutz Baden-Württemberg zu der Gruppe.

"Im Phänomenbereich Rechtsextremismus agieren diese Gruppierungen im Themenfeld 'Antikapitalismus", das die Öffentlichkeit bisher hauptsächlich mit dem Linksextremismus verbindet."

13:30 Uhr: Knallharter G20-Einsatzleiter Dudde

Für die linke Szene in Hamburg ist G20-Einsatzleiter Hartmut Dudde eine Hassfigur, mit seiner Strategie des schnellen Einschreitens ist er aus Polizeisicht indes seit Jahren erfolgreich.

Kritik an seinem Law-and-Order-Kurs, der "Hamburger Linie", ist der 54-Jährige gewöhnt, seitdem er Polizeieinsätze gegen Autonome im alternativen Schanzenviertel und anderenorts leitet.

Ein autoritäres und mitunter rechtswidriges Vorgehen kreiden Gegner ihm an, Dudde selber schmunzelt über die Vorwürfe.

Der G20-Gipfel mit mehr als 19.000 Beamten ist der bislang größte Einsatz in seiner Polizeikarriere.

Als konsequent bezeichnet Dudde sein Vorgehen, ein unnötiges Eskalieren werfen Kritiker ihm vor.

Im Anlauf zum Gipfel ließ er Zelte von Demonstranten kurzerhand abbauen, um deren Übernachten zu verhindern. Erst tags drauf bestätigte ein Gericht das Vorgehen.

Und als Demonstranten eine Straße blockieren wollten, ließ er prompt Wasserwerfer auffahren. Ein Vorgehen mit Augenmaß hatte der Polizeiführer selber im Vorfeld angekündigt.

12:15 Uhr: Erdogan legt vor G20 nach

Vor seinem Besuch beim G20-Gipfel in Hamburg hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan keinerlei Bedauern über seine Nazi-Beschimpfungen an die Adresse Deutschlands gezeigt.

"Ich bereue das überhaupt nicht", sagte Erdogan dem Kanal France 24 nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf eine entsprechende Frage.

Mit Blick auf die Verbote von Wahlkampfauftritten von Vertretern seiner Regierung in Deutschland im Frühjahr sagte der Staatschef: "Dieses Verhalten ist eines, das dem Nazismus entspricht, und ist absolut ein Anzeichen von Faschismus."

Erdogan betonte zugleich: "Ich bezeichne die deutsche Führung ja nicht als eine faschistische Führung. Sondern ich kritisiere jene, die diese Praktiken anwenden. Die sind es, die ich anspreche."

11:40 Uhr: Pennen unterm Totenkopf

Unter dem Motto "Yes we camp!" bietet der FC St. Pauli Demonstranten beim G20-Gipfel in Hamburg Schlafplätze im Millerntor-Stadion an.

"Um 12:00 Uhr werden 200 Schlafplätze für DemonstrantInnen im Umlauf der Stadion-Haupttribüne eingerichtet", kündigte der hanseatische Fußball-Zweitligist am Donnerstag an.

"Der FC St. Pauli steht für eine lebendige Demokratie ohne Wenn und Aber!", begründete der Club seine Maßnahme.

Die Vergabe der Plätze werde in Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Protest-Zeltcamps Entenwerder im Südosten der Stadt geregelt, hieß es in der Mitteilung weiter.

10:30 Uhr: Polizei vermutet G20-Protest hinter Brandstiftung

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer vermutet Gegner des G20-Gipfels hinter einer Brandstiftung im Hamburger Porschezentrum.

Zehn Fahrzeuge waren in der Nacht zum Donnerstag in dem Autohaus in Brand gesetzt worden.

"Wir müssen von Brandstiftung ausgehen, der Zusammenhang mit dem G20-Gipfel liegt jetzt wahrscheinlich auf der Hand, aber der muss erstmal nachgewiesen werden", sagte Meyer im ZDF-"Morgenmagazin."

Neben der Fahndung laufe die Tatortarbeit. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

09:45 Uhr - Porsche brennen aus: G20-Zusammenhang geprüft

Einen Tag vor dem G20-Gipfel haben auf dem Gelände des Porschezentrums in Hamburg-Eidelstedt mehrere Fahrzeuge gebrannt.

Die Polizei prüfe nun, wie es zu dem Brand am Donnerstagmorgen kam, sagte ein Sprecher. Außerdem wollten die Ermittler klären, ob es einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G20-Gipfel gibt.

Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

09:00 Uhr - G20-Demo: Ruhe vor dem Sturm in Hamburg?

Vor dem G20-Gipfel ist die Nacht zum Donnerstag in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen.

Nur im Umfeld zweier größerer Demonstrationen habe es vereinzelt Flaschenwürfe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen.

An diesem Donnerstag richte sich die Aufmerksamkeit der Beamten unter anderem auf die Demonstration der linksautonomen Szene unter dem Motto "G20 - Welcome to Hell", sagte der Sprecher.

Sie war für den Nachmittag geplant. Der Veranstalter erwartete dazu rund 10 000 Teilnehmer.

Zum Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag werden in Hamburg mehr als 100.000 Gegendemonstranten erwartet - darunter bis zu 8.000 gewaltbereite.