Mit Rex Tillerson ist zum ersten mal ein Vertreter der Trump-Regierung nach Russland gereist. Im Gepäck hat der US-Außenminister einige richtig dicke Bretter, die es zu bohren gilt.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Hoffnungen auf einen Neuanfang, den US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, haben sich bislang nicht erfüllt.

Unter diesen Voraussetzungen ist US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwoch in Moskau zu Gast. Er trifft seinen Amtskollegen Sergej Lawrow und voraussichtlich auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Bei den Gesprächen wird es unter anderem um diese fünf wichtigen Problemfelder im Verhältnis der beiden Atommächte gehen:

Syrien

Seit 2011 herrscht Krieg in dem nahöstlichen Land, etwa 500.000 Menschen sind getötet worden. Russland unterstützt Staatschef Baschar al-Assad militärisch, die USA blieben unter dem zögernden Barack Obama außen vor.

Doch nun hat Assad mutmaßlich erneut Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt. Trump hat deshalb einen syrischen Militärflughafen bombardieren lassen. Frieden ist nicht in Sicht, stattdessen droht der Konflikt der Großmächte zu eskalieren.

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Ukraine

Russland sieht das Nachbarland als sein Einflussgebiet. Es hat ihm 2014 erst die Halbinsel Krim weggenommen, dann einen prorussischen Aufstand in der Ostukraine unterstützt.

In dem Krieg am Rande Europas sind schon etwa 10.000 Menschen getötet worden. Die USA und die EU haben Sanktionen gegen Russland verhängt, die Moskau abschütteln möchte. Ohne mehr US-Engagement scheint der Konflikt nicht lösbar.

Russische Einmischung in US-Wahl

Vor der Präsidentenwahl 2016 gab es rätselhafte Hackerangriffe gegen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton, russische Stellungnahmen für Trump, merkwürdige Kontakte seines Teams nach Moskau.

Wollte Russland Unruhe stiften, gar Trump zur Macht verhelfen? Dies wird in Washington untersucht. Der Verdacht bereitet Trump Probleme, auch wenn Moskau die Vorwürfe zurückweist.

Nukleare Rüstung

Das System von Abrüstungsverträgen wankt. Ein Abkommen über die Vernichtung waffenfähigen Plutoniums hat Moskau aufgekündigt, weil Washington es nicht erfüllt.

Auch der INF-Vertrag, der nukleare Kurz- und Mittelstreckenwaffen verbietet, könnte vor dem Aus stehen. Beide Seiten entwickeln neue Atomraketen.

Nordkorea

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un testet Raketen, greift nach der Atombombe. Bisher haben Verhandlungen keine Lösung gebracht.

Russland und China plädieren für weitere Gespräche. Doch bei Trump scheint eine militärische Strafaktion nicht ausgeschlossen.

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