Hat Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) nach seinem leichten Schlaganfall weiter die Kraft, seine Ämter im Land und der Partei auszuüben? In Berlin und Potsdam gibt es erste Überlegungen zu seinem möglichen Nachfolger. Frank-Walter Steinmeier gilt laut Parteikreisen als geeigneter Kandidat.

Der Gesundheitszustand von Matthias Platzeck ist ernster als zunächst angenommen: Der 59-Jährige hat in der vergangenen Woche einen leichten Schlaganfall erlitten. Lässt seine Erkrankung weiter seine Mehrfach-Belastung als Regierungschef in Brandenburg, als Landeschef der SPD und seine Aufgaben in der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg zu? Trotz seiner Ankündigung, ab Donnerstag wieder arbeiten zu wollen, könnte er mittelfristig wichtige Ämter aufgeben. Ein SPD-Kabinettsmitglied sagte dem Berliner "Tagesspiegel": "Er hat sich zu viel aufgeladen – die Partei ihm aber auch. Er muss sich entlasten, wir ihn aber erst Recht."

Als möglicher Nachfolger käme Frank-Walter Steinmeier ins Spiel. Der Chef der SPD-Bundestagsfraktion hat seinen Wahlkreis in Brandenburg/Havel. Schon seit einigen Jahren wird er als möglicher Erbe seines Parteifreundes Matthias Platzeck gehandelt.

Platzeck ist seit zwölf Jahren Ministerpräsident in Brandenburg. 2014 wird in dem ostdeutschen Bundesland ein neuer Landtag gewählt. Gut möglich, dass Platzeck spätestens dann seine Regierungsgeschäfte aufgibt. (com)