Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa

Es ist die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Europa: Millionen Menschen fliehen weltweit vor Krieg, Verfolgung und Armut und machen sich auf den Weg nach Europa und Deutschland. Vor allem über die Balkanroute und das Mittelmeer kommen Tausende Flüchtlinge zu uns. Sie stammen aus Syrien, Afghanistan, dem Balkan oder aus Afrika und suchen bei uns Asyl. Allein in diesem Jahr werden in Deutschland über 800.000 Asylbewerber erwartet. Wie groß die Not der Flüchtlinge ist, welche Tragödien sich auf der Flucht der Menschen abspielen, wie Deutschland und Europa mit den Flüchtlingen umgehen und weitere Hintergründe und News zur Flüchtlingsproblematik, können Sie in den Artikeln in unserer Rubrik nachlesen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Wilmersdorf besucht und sich auch zu den Krawallen in Heidenau geäußert. Am Mittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in der sächsischen Kleinstadt erwartet.

Über die Parteigrenzen hinweg finden Politiker scharfe Worte für die Gewalt gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte. Und sie weisen darauf hin, dass die Mehrzahl der Bürger Asylsuchende willkommen heißt. Neonazis und Rassisten sind die Minderheit, lautet die Botschaft.

Mazedonien hat wegen der andauernden Flüchtlingskrise den Ausnahmezustand erklärt.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer will "im Notfall" Häuser beschlagnahmen, um sie als Wohngebäude für Flüchtlinge zu nutzen. Das sagte Palmer in einem Interview mit der "Welt" online.

Schauspieler und Regisseur Til Schweiger macht sich derzeit mit viel Leidenschaft für Flüchtlinge stark. Nicht immer stoßen seine Ideen auf Zustimmung. Wir machen den Faktencheck: Wo hat Schweiger recht, wo nicht?

Stille stürmt die Download-Charts bei Apple und Amazon. Mit einer ausgefallenen Idee will Künstler Raoul Haspel auf die Zustände im überfüllten Flüchtlingslager Traiskirchen aufmerksam machen. Noch nicht einmal erschienen, wird seine Schweigeminute sogar schon im Radio gespielt.

In Bezug auf die Asylpolitik wird der Ton rauer: Deutschland erhöht den Druck und fordert ein einheitliches Vorgehen. Bayern und Österreich schließen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen nicht aus.

Til Schweiger legt in der Diskussion über Flüchtlinge erneut nach. In der ZDF-Talkshow "Donnerstalk" sprach er über den Plan eines "Vorzeige-Flüchtlingsheims", eine neue Stiftung und die Frage, wofür ein reiches Land wie Deutschland sein Geld ausgeben sollte.

Til Schweiger, der im Rahmen seines Engagements für Flüchtlinge SPD-Chef Sigmar Gabriel getroffen hat, wehrt sich gegen den Vorwurf, sich von Parteipolitik instrumentalisieren zu lassen.

Allein im Juli sind mehr als 7.000 Menschen auf der griechischen Insel Kos angekommen. Und es werden immer mehr. Die Situation gerät zunehmend außer Kontrolle.

"Hass-Schreiber müssen kapieren, dass diese Gesellschaft das nicht toleriert." NDR-Moderatorin Anja Reschke spricht mit ihrem Kommentar gegen die Flüchtlings-Hetze in den Tagesthemen offenbar vielen aus der Seele. Aus den sozialen Medien erfährt sie dafür nicht wie erwartet rassistische Hasstiraden, sondern vor allem Lob.

So viele Menschen wie noch nie fliehen vor Krieg und Armut. Aus ihrer Not erwächst ein riesiger Wirtschaftszweig, der weltweit Milliarden umsetzt: Schlepper lassen sich für gefährliche Fahrten Tausende Dollar zahlen. Und sie behandeln ihre Kunden teilweise wie Vieh, wie Flavio di Giacomo von der Internationalen Organisation für Migration erzählt.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen an diesem Donnerstag in Brüssel zusammen, um über Konsequenzen aus der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer zu beraten. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montag mit. Zuvor hatte sich bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel zu dem Flüchtlingsdrama geäußert.

278.000 Menschen haben im vergangen Jahr versucht, ohne gültige Papiere nach Europa einzureisen. Die meisten fliehen aus Bürgerkriegsgebieten, aus Syrien, aus dem Irak, aus dem Sudan. "Illegale Einreise" nennt die EU-Grenzschutzagentur Frontex das, was die einzige Möglichkeit für die Flüchtlinge ist, ihr verbrieftes Recht auf einen Asylantrag zu nutzen. Denn nur wer es auf den Boden der EU schafft, kann diesen Antrag stellen – und die Mitgliedsstaaten investieren viel Geld, um genau das zu verhindern. Kritiker sprechen deswegen von der "Festung Europa": Die Union schottet sich ab von denen, die nicht gewollt sind – mit teils dramatischen Folgen wie den Schiffsunglücken auf dem Mittelmeer.

Das Bootsunglück vor Libyens Küste mit Hunderten toten Flüchtlingen löst Bestürzung aus. Doch das Problem ist hausgemacht, meint die private Initiative "Sea Watch". Die EU werde zur Festung, vor deren Mauern Menschen sterben.