Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Migrationsdebatte erneut die Anerkennung Marokkos als sicheren Herkunftsstaat verlangt. Marokko sei im vergangenen Jahr Herkunftsland von sehr vielen illegalen Migranten gewesen, sagte Merkel am Montag am Rande der Konferenz zur Annahme des UN-Migrationspakts in Marrakesch.

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Sie habe sich bei einem Gespräch mit dem marokkanischen Ministerpräsidenten Saad Eddine El Othmani am Vorabend für die Zusammenarbeit bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber bedankt. Die Rückführung habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, sagte Merkel.

Aus diesem Grund sei es "hohe Zeit, dass wir seitens Deutschlands Marokko zu einem sicheren Herkunftsland erklären, damit gerade die illegale Migration zwischen Marokko und der Europäischen Union noch besser bekämpft werden kann".

Vor allem bei den Grünen gibt es erhebliche Vorbehalte gegen eine solche Anerkennung Marokkos, die Rückführungen wesentlich erleichtern würde.

Merkel: Marokko ist wichtiger Partner in Nordafrika

Merkel nannte es wichtig, dass sich Deutschland dabei engagiere, Marokko weitere Entwicklungschancen zu geben. Sie wolle in wenigen Monaten nochmals zu einem bilateralen Treffen nach Marokko fliegen, um die Beziehungen beider Länder zu festigen.

Gerade bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Entwicklungszusammenarbeit gebe es noch Potenzial zum Ausbau der Zusammenarbeit. Das Land sei ein strategischer, wichtiger Partner in Nordafrika und auch ein wichtiger Partner nach Afrika hinein.

Die Verabschiedung des UN-Migrationspakts nannte sie ein gutes Zeichen. Er werde wahrscheinlich noch im Dezember von der UN-Generalversammlung verabschiedet, wohl am 18. oder 19. Dezember. Mehr als 150 Staaten hatten den Pakt zuvor bei dem UN-Treffen in Marokko angenommen.  © dpa

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Angela Merkel: Ihr Weg an die Macht

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