Tirol baut einen Grenzzaun zu Italien. Der Brenner soll in wenigen Wochen mit einer "Kontrollstraße" versehen werden, um die Obergrenze von 37.500 Flüchtlingen im Jahr 2016 einzuhalten.

Der Grenzzaun am Brenner ist fix: Die Tiroler Polizei hat gemeinsam mit dem Verantwortlichen für das Grenzmanagement in Spielfeld ein Konzept dafür ausgearbeitet. In den nächsten Wochen soll die Grenzsicherung starten.

Zwar befürchten die Behörden aktuell keine Verlagerung der Zuwanderung Richtung Tirol, die Exekutive rechnet aber wohl insgesamt mit einem Ansteigen der Flüchtlingszahlen.

Die Maßnahmen am Brenner sollen dazu beitragen, die Obergrenze von 37.500 Asylwerbern im Jahr 2016 einzuhalten.

Daher ist eine "Kontrollstraße" mit Containern in Planung, in denen Flüchtlinge registriert werden. Zäune sollen verhindern, dass Migranten auf die Autobahn oder die Bahnstrecke geraten.

Zwist auf politischer Ebene

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hält die Maßnahme für notwendig. "Wenn sich die Flüchtlingsbewegungen aber zusehends Richtung Mittelmeer und in weiterer Folge Richtung Brenner verschieben und gleichzeitig Deutschland seine Grenzen schließt, haben wir leider gar keine andere Möglichkeit", sagte er im Interview mit der "Tiroler Tageszeitung".

Südtirols Landeschef Arno Kompatscher (SVP) hält dagegen. Das grenzenlose Europa in Frage zu stellen, "wäre ein Spiel mit dem Feuer", sagte er der Tageszeitung "Kurier".

Für die Südtiroler seien die geplanten Kontrollen besonders schwerwiegend - weil für sie das europäische Projekt wichtig sei - "das Zusammenwachsen der historischen Landesteile Tirols".

In die gleiche Kerbe schlägt Ugo Rossi, Präsident der Europaregion Tirol und Landeshauptmann des Trentino. "Die offene grenzüberschreitende Euroregion auf beiden Brennerseiten muss unbedingt verteidigt werden", urteilt er. Gleichzeitig müsse man die Flüchtlingskrise mit Vernunft angehen.

Historisch belastende Grenze

Man müsse am Brenner Vorbereitungen treffen, betonte SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Er sei aber nicht dafür, Zäune aufzustellen. "Die Brennergrenze ist eine für Tirol historisch belastete Grenze. Es war die Kraft Europas, dass diese Brennergrenze überwunden wird." (ank)