Jan Böhmermann scheiterte am Dienstag mit einer Berufung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Sein Schmähgedicht gegen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan bleibt weiterhin größtenteils verboten.

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Das Schmähgedicht von TV-Moderator Jan Böhmermann gegen den Staatschef der Türkei, Recep Tayyip Erdogan bleibt weiterhin zum größten Teil verboten. Dies entschied das Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg (OLG) am Dienstag nach einer Berufung Böhmermanns.

Künstlerische Freiheit oder Verstoß gegen die Menschenwürde?

Es musste im Wesentlichen darüber urteilen, ob das Gedicht durch die Freiheit der Kunst erlaubt ist oder gegen die Menschenwürde verstößt. Erdogan hatte das Gedicht komplett verbieten lassen wollen.

Das OLG schloss sich der Entscheidung der Vorinstanz an, die der Klage Erdogans am 10. Februar 2017 teilweise stattgegeben und verboten hatte, dass bestimmte "ehrverletzende" Passagen des Textes wiederholt werden.

Böhmermann hatte die Verse am 31. März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" (ZDFneo) vorgetragen und darin das türkische Staatsoberhaupt unter anderem mit Kinderpornografie und Sex mit Tieren in Verbindung gebracht. (dar/dpa)

Jan Böhmermann machte sich mit seinem Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan lustig. Angela Merkel bezeichnete dies als "bewusst verletzend". Jetzt soll das Berliner Verwaltungsgericht darüber entscheiden, ob die Bundeskanzlerin überhaupt so urteilen durfte.