Der frühere britische Premierminister David Cameron hat Fehler bei der Vorbereitung auf Pandemien eingeräumt.

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"Gruppendenken" habe dazu geführt, dass sich seine Regierung nicht ausreichend auf andere Pandemien als die Grippe konzentriert habe, sagte der ehemalige Regierungschef (2010-2016) am Montag in einer öffentlichen Anhörung vor der Corona-Untersuchungskommission. "Ich denke, das Versäumnis bestand darin, nicht mehr Fragen zur asymptomatischen Übertragung zu stellen", sagte der konservative Politiker. Zugleich dementierte er, dass seine Sparpolitik die britischen Fähigkeiten zur Abwehr von Krankheiten gemindert habe.

Die Untersuchung geht derzeit der Frage nach, ob Großbritannien ausreichend auf die Corona-Pandemie vorbereitet war. Die Kommission unter Leitung der ehemaligen Richterin Heather Hallett kann Zeugen unter Eid vernehmen und Dokumente anfordern, aber keine Urteile fällen.

Experten hatten vor Camerons Befragung kritisiert, Ausgabenkürzungen und eine Neuorganisation des Gesundheitsdiensts NHS hätten damals dazu geführt, dass das Gesundheitswesen nicht über genügend Personal oder Betten verfügt habe. Cameron wies dies zurück. Es sei notwendig gewesen, die öffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen, sagte er.

Die BBC wies darauf hin, dass das NHS-Budget unter Cameron inflationsbereinigt zwar durchschnittlich um 1 bis 2 Prozent gestiegen sei. Im Vergleich zu durchschnittlich 4 Prozent Plus während der restlichen NHS-Geschichte stelle dies aber tatsächlich eine Kürzung dar. Die Folgen langer Wartezeiten und von Fachkräftemangel lägen in der Cameron-Zeit begründet, so die BBC.  © dpa

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