Ein Medienbericht über die fragwürdige Praxis bei Arbeitsverträgen der Deutschen Post hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf den Plan gerufen. Die Art und Weise, auf welcher Grundlage entschieden werde, befristete in unbefristete Arbeitsverhältnisse umzuwandeln, sei nicht hinnehmbar.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will den Einfluss des Bundes nutzen und die umstrittene Praxis mit Arbeitsverträgen bei der Deutschen Post ändern.

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"Diejenigen, die für uns im Aufsichtsrat sitzen, haben sich vorgenommen, (...), darauf zu reagieren und die Gespräche schon vereinbart", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" und fügte hinzu: "Es wird gleich reagiert, damit es zu einer veränderten Praxis kommt, so weit wir das beeinflussen können."

Scholz sagte, er nehme diese Praxis nicht hin, sie sei nicht in Ordnung und nicht gut. Er sei überzeugt, dass die befristete Beschäftigung zurückgedrängt werden müsse. Bei der Post könne der Bund den Einfluss nehmen, den er habe.

Krankheitstage, Autounfälle und Zeitdruck

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass die Deutsche Post die Entfristung von Arbeitsverträgen von den Krankheitstagen eines Mitarbeiters abhängig macht. Ein Sprecher der Post in Bonn bestätigte den Bericht.

Demnach dürfen Mitarbeiter in zwei Jahren nicht häufiger als sechsmal krank gewesen sein beziehungsweise nicht mehr als 20 Krankheitstage angehäuft haben.

Weiter dürfen Mitarbeiter "höchstens zwei selbstverschuldete Kfz-Unfälle mit einem maximalen Schaden von 5.000 Euro" verursachen.

Außerdem dürften Postboten in drei Monaten nicht mehr als 30 Stunden länger für ihre Touren gebraucht haben als vorgesehen.  © dpa