• Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine macht sich Kulturstaatsministerin Claudia Roth für Kulturschaffende des Landes stark.
  • Nun verschafft sie sich selbst ein erstes Bild an einem auch strategisch wichtigen Ort.

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Kulturstaatsministerin Claudia Roth ist am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Odessa eingetroffen. Die Grünen-Politikerin ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in der Hafenstadt am Schwarzen Meer zu Gast ist.

Roth ist auf Einladung des ukrainischen Kulturministers Olexandr Tkatschenko in Odessa. Die Stadt habe unheimlich viel Kultur, sagte Roth zum Auftakt der Reise. "Wir wollen zeigen, dass wir da sind", sagte Roth, "wir wollen zeigen, wie die Kultur angegriffen wird".

Roth besucht Odessa - eine Stadt von strategischer Bedeutung

Sie wolle in Odessa erfahren, wie das Gesicht des Krieges jenseits der Frage von schweren Waffen aussehe. Humanitäre Hilfsangebote kämen in den Debatten noch zu selten vor.

Die Stadt gilt nicht nur als Kulturmetropole, sondern ist auch von strategischer Bedeutung. Zuletzt gab es erneut Meldungen über Raketenangriffe im Raum Odessa.

In Moskau und Kiew ist immer wieder zu hören, Russland habe auch die Einnahme der Hafenstadt im Süden des Landes zum Ziel, um die Ukraine komplett vom Schwarzen Meer abzutrennen. Das Land hätte dann keinen Zugang mehr zu den Weltmeeren.

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Die Ukraine ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Der Export über die ukrainischen Seehäfen ist zum Erliegen gekommen. Russland blockiert die Ausfuhr von rund 20 Millionen Tonnen Getreide, ein Großteil davon liegt im Hafen von Odessa.

Kulturstaatsministerin Roth mit straffem Programm in Odessa

Von Seiten des Bundeskabinetts hatten zuvor Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Anfang Mai und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) Ende Mai jeweils Kiew besucht. Auch Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) sowie Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) waren bereits in Kiew.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bislang im Gegensatz zu mehreren anderen westlichen Staats- und Regierungschefs auf einen Ukraine-Besuch verzichtet. Dies war auch eine Reaktion darauf, dass die ukrainische Seite zunächst einen Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abgelehnt hat. Diese Verstimmungen gelten als ausgeräumt.

Roth hat sich bereits mehrfach für die Unterstützung von ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern in ihrem Land und von geflüchteten Kulturschaffenden in Deutschland sowie von ukrainischen Kulturinstitutionen stark gemacht.

In Odessa trifft sie unter anderem mit dem Gouverneur des Oblast Odessa, Maksym Marchenko, und dem Bürgermeister der Stadt, Hennadij Truchanow, zusammen. Die Kulturstaatsministerin will zudem das Filmstudio Odessa, das Philharmonische Theater der Stadt, sowie Oper, Ballett und die Wissenschaftliche Bibliothek von Odessa besuchen. (hub/dpa)  © dpa

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